Galileo setzt Probebetrieb fort

  • Der Probebetrieb (Initial Services) des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo ist erfolgreich wiederhergestellt. Galileo war von einem technischen Zwischenfall im Zusammenhang mit seiner Infrastruktur am Boden betroffen. Der Vorfall führte zu einer vorübergehenden Unterbrechung der global verfügbaren Galileo-Navigations- und Zeit-Dienste, mit Ausnahme des Galileo Such- und Rettungs-Service. Der sogenannte Search-and-Rescue-Dienst, der für die Lokalisierung und Hilfe von Menschen in Not-Situationen wie im Meer oder auf Bergen verwendet wird, war davon nicht betroffen und blieb betriebsbereit.

    Der technische Zwischenfall entstand durch eine Fehlfunktion der Anlagen in den Galileo-Kontrollzentren, die die Zeit und Bahnvorhersagen berechnen und für das Prozessieren der Navigationsnachricht verwendet werden. Die Störung beeinträchtigte verschiedene Elemente in den Kontrollzentren in Fucino (Italien) sowie am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen.


    Ein Team von Experten des Galileo Service Operators unter Führung der Spaceopal GmbH arbeitete mit Hochdruck und in enger Abstimmung mit der European GNSS Agency (GSA) sowie der Zulieferindustrie für die Bodensysteme und der europäischen Raumfahrtagentur (ESA) an der Behebung der Fehlfunktion. Aufgrund der technischen Komplexität des Systems und Analyse der Fehlerabhängigkeiten benötigten diese Anstrengungen mehrere Tage bis zur Bestätigung der Wiederaufnahme des Probebetriebs am 18. Juli. Eine unabhängige Untersuchungskommission analysiert nun für die EU-Agentur GSA und die EU-Kommission als programmverantwortliche Behörde die genaueren Umstände und Auslöser des Ausfalls, um das System in der Erprobungsphase kontinuierlich zu verbessern.


    Galileo bietet den Initial Service seit Dezember 2016 an. Während dieser "Pilot-Anfangsphase“ vor der "voll-operativen Dienstleistungs-Phase“ werden Galileo-Signale in Kombination mit anderen Satellitennavigationssystemen verwendet, was die Erprobung und Erkennung von technischen Problemen während der schrittweisen Inbetriebnahme ermöglicht. In der voll-operativen Phase wird Galileo unabhängig von anderen Satellitennavigationssystemen funktionieren.


    Galileo ist ein Hochtechnologie-EU-Flaggschiff-Programm und stellt Navigations-Dienste für die Bürger zur Verfügung. Schon jetzt gibt es 700 Millionen Endgeräte, die neben anderen Satellitennavigationsdiensten auch Galileo-Signale verarbeiten können. Galileo trägt als weiteres unabhängiges und autonomes Satellitennavigationssystem entscheidend dazu bei, dass die globale Verfügbarkeit und Genauigkeit von GNSS Diensten für jeden Bürger spürbar verbessert wird.



    PI Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)


    Quelle: https://www.funkamateur.de/nac…ails/items/GNS190719.html

  • DAS macht mich froh:


    Mit dem Austritt des Landes aus der EU wird das Vereinigte Königreich auch die Rechte an der Nutzung des Galileo-Systems verlieren. Beim G20-Gipfel 2018 erklärte die Britische Regierung unter Theresa May, sie wolle ein eigenes Satellitennavigationssystem für rund 5 Milliarden Pfund aufbauen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Land bereits 1,2 Milliarden Pfund in das Gemeinschaftsprojekt investiert.


  • Hallo!

    Schon jetzt gibt es 700 Millionen Endgeräte, die neben anderen Satellitennavigationsdiensten auch Galileo-Signale verarbeiten können.

    Ach, wie...?

    Seit einigen Jahren beschäftige ich mich gelegentlich mit GNSS-Modulen.

    Immer wenn dieses Thema bei mir aufkommt suche ich nach zukunfstauglichen Plattformen die wünschenswerter weise dann auch Galileo können sollten.

    Aber mehr als waage andeutungen fand ich bislang nie.

    Angefangen vor gefühlt ~3 jahren mit dem Modul A2200-A der Firma Meastro, die auf dem GSD4e Core basierte.

    Hirzu galt damals und offenbar bis heute:

    Die Hardware des GSD4e beherrscht theoretisch neben den amerikanischen und russischen Netzen auch Galileo.

    Die Firmware higegen zur GSD4e beherrscht Galileo nicht - und es gibt offenbar auch keine Anstrengungen da Galileo mit rein zu implementieren.

    Bei u-Blox sieht es ähnlich aus...Hardware würde dafür taugen, aber Firmware ignoriert Galileo.


    Und nun lese ich da das es schon 700 Millionen Endgeräte für Galileo geben soll? *grübel*...


    Jürgen