Tja, also ein FuG8b oder allgemein BOS-Geräte mit NATU-Buchse brauchen einstellige mV vom Mikrofon. Das du an den Mikrofonkontakten keinerlei Spannung misst ist korrekt, denn die NATO-Buchse basiert auf dynamische Mikrofone,
Wenn allerdings dein Mikrofon schon an dem FuG8b nur sehr leise ist wäre ich aufmerksam: Liegt es am Mikrofon, oder ist das in der FuG8b kaputt? Denn diese etwa 5mV Signalpegel sollte eigentlich jedes dynamische Mikrofon ganz ohne externen Verstärker schaffen.
Verstärker:
Prinzipiell kann ein Verstärker hier Sinn machen, denn die von den Funkgeräten benötigten Mikrofonpegel können weit auseinander liegen. So ist ein analoges BOS-Gerät FuG8/9 gewöhnlich mit 5-10mV zufrieden (NATO-Stecker) und modernere Geräte wie TETRA erwarten irgend was im zwei bis dreistellugen mV-Bereich, also so grob 20-180mV. Ein Verstärker wo man die Ausgangspegel feinfühlig genug zwischen grob 1mV - 200mV abgleichen kann würde also Sinn machen.
Alleine:
Habe ich dich richtig verstanden, dass es theoretisch am besten ist, ausschließlich den Kondensator in Reihe zum Mikrophon zu verwenden, da die Schaltung ungeeignet ist?
zeigt mir das du im Elektronikbereich noch etwas unerfahren bist, was eine Verstärkerschaltung natürlich abenteuerlich werden lässt. Dennoch versuche ich es mal:
Diskrete Verstärker, beispielsweise einstufige Transistorverstärker brauchen einen Transistor (für Mikrofonverstärkung z.B. BC550) und vier Widerstände die einerseits den Verstärkungsfaktor (hier z.B. 100) vorgeben, und andererseits als Basis-Spannungsteiler den Arbeitspunkt des Transistors im linearen Bereich halten. Für Ein- und Auskopplung des NF-Signals braucht es dann Kondensatoren:
Arbeitspunkteinstellung mit Basis-Spannungsteiler (Emitterschaltung)
Randbemerkung: Der Eingangs-Kondensator an der Basis kann genau der 10µF-Elko sein, den du für dynamische Kapseln eh bräuchtest. Die Berechnungen der richigen Widerstände sind aber durchaus etwas anspruchsvoller, weswegen solche Transistor-Verstärker eher etwas für erfahrene Elektroniker ist.
Deutlich einfacher und effektiver für Anfänger sind solche Mikrofonverstärker mittels Operationsverstärker. Es gibt sie bis heute in gut lötbaren DIL-8 häufig schon als Doppel-OPV was für deine Anwendung optimal wäre. Denn damit hättest du schon zwei Verstärker die unabhängig voneinander das selbe Mikrofonsignal verstärken, aber eben mit unterschiedlichen Ausgangspegeln justierbar sind.
Nichtinvertierender Verstärker (Operationsverstärker)
Randbemerkung: Mit R2 = 100kohm und R1 = 1kohm kommst du auf etwa Faktor 100. Gibt dein Mikrofon also beispielsweise 1mV aus, macht der Verstärker darauf 100mV. Koppel-Kondensatoren, wie eben die empfohlenen 10µF machen auch hier sinn, wie immer wenn es um Audio-Signale geht.
Jürgen