Fragwürdige PMR446-Nutzungen?

  • Hallo Leute!


    In den letzten Wochen häufen sich Anfragen bei mir warum diverse kommerzielle PMR446-Anwender neuerdings Probleme haben, die ganz offensichtlich auf Störungen basieren.


    Anfangs nahm ich das nicht so ernst - ist halt PMR446.

    Da sich alleine hier aus meinem Regionalen Umfeld solche Probleme aufliefen, habe ich seit gestern mal wieder ein Auge auf 446-446,2MHz.

    Und was da konkret zwischen 446,1-446,2MHz los ist, hat bei mir erst mal eine gewisse Sprachlosigkeit ausgelöst.


    Ein gelegentliches, offenbar mobiles Signal mit fast 25kHz Breite...irgendwas digitales mit komplexer Struktur.

    Für DMR, APCO usw. schlichtweg zu breit und sieht gänzlich anders aus als TETRA.


    Statthaft ist das wohl, da abseits von "Handfunkgeräte" und "500mW ERP" nur noch Zugangs- Und Störminderungstechniken vorgeschrieben sind (LBT / Sendesperre bei belegtem Kanal).

    https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/Allgemeinzuteilungen/MobilfunkDectWlanCBFunk/vfg462020.pdf?__blob=publicationFile&v=1


    Aber der Kanal 13 ist noch interessanter: 446,15625MHz!

    Da läuft Pocsag mit 512Bd ganz offensictlich in einer Netztstruktur von einem Master und mindestens zwei DAU's.

    Und das scheint hier in Dortmund kein Einzelfall zu sein.

    Vielmehr scheint das ein Massenprodukt zu sein was da hinter steckt:


    https://www.ixaro.com/docs/Ixaro_L10_P500.pdf


    Also die Vfg. 46/2020 deckt das kaum ab, weil die auf "Handfunkgeräte" besteht.

    Ebenso verweist die Vfg. 46/2020 auf den EU Durchführungsbeschluss 2019/1345.

    Dort ist PMR446 446-446,2MHz szezifiziert mit folgendem Wortlaut:


    Wie bitte passt da nun ein fest istallierbarer Pocsag-Sender mit Aussenantenne und Netzwerkanschluß dazu?


    Jürgen

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    ah ja den kanal 13 hab ich schön länger auf dem schirm die ja regelmässig senden alle 5min

  • Da bietet sich ein USB SDR Dongel mit Pog32 an, der auf der 446,15625MHz lauscht.


    Das mit dem 25 kHz Breiten Träger auf Kanal 10 - 12 ist mir auch schon im Wasserfall aufgefallen.


    Was sagt die BNetzA dazu?

  • Hallo!

    Ist ja interessant. Irgendwas zu Decodieren was da gesendet wird?

    Das Pocsag Signal ist unverschlüsselt und regelkonform. Bis auf die Tatsache das der Hub nicht +-4kHz sondern +-2kHz ist.

    Poc32 und PWD usw. können das Signal problemlos lesen.


    Der Inhalt der da gesendet wird führt ganz klar auf die Nutzersparte zurück, für welche diese Sender beworben werden.

    LKW-Abfertigung an Logistikzentren.

    "Papiere fertig" heißt Aussteigen und ins Büro kommen, Ladeschein abholen.

    "TorXXX" weist dem Fahrer dann eine Laderampe zu.


    Da bietet sich ein USB SDR Dongel mit Pog32 an, der auf der 446,15625MHz lauscht.

    Da war auch mein erster Gedanke. Doch blöder weise funktioniert bei SDRsharp 1919 der Pocsag-Decoder nicht mehr.

    War für mich aber kein unlösbares Problem. Irgendeine Kiste mit Diskriminatorausgang liegt bei mir immer rum. Und Poc32 sowie PWD freilich ebenso.

    Das mit dem 25 kHz Breiten Träger auf Kanal 10 - 12 ist mir auch schon im Wasserfall aufgefallen.

    Scheint was probitäres zu sein. Die üblichen Decoder bisher können mit diesen Signal nichts anfangen.

    Aber die Pegeldynamik ist interessant bei mir.

    Der Sender scheint sich enorm zu bewegen, mutmaßlich auch in der Höhe:

    Wenn das Signal sichtbar ist, dümpelt es unten bei -80--50dB (SDRsharp) rum, wie es bei Handfunkgeräten durchaus plausibel ist. Gestern Abend aber bereits zum zweiten mal eine Phase gesehen wo der Pegel anwuchs auf 30.....20....(SDR#).

    Und das nicht mal an einer 70cm Stationsantenne.

    Ne, der RTL-SDR V3 hängt seit vorgestern an einer Procom MU 9-CXP4 welche auf meine Fensterbank steht.


    Blöder weise hatte ich bislang keinen Meßempfänger startklar welcher mir den Pegel genauer vermessen könnte.

    Aber in den oberen 30dB von SDRsharp kommen bei mir eher nur wenige Signale wie z.B. e*message.


    Diese Pegeldynamik lässt mich eher an sowas wie eine Drohne oder Modellflugzeug denken.


    Was sagt die BNetzA dazu?

    Diese Frage werde ich zumindest was die Pocsag-Geschichte angeht versuchen ab zu klären.

    Denn mehrere vernetzte, fest installierte Sender jeweils mit fest installierten Antennen an Gebäuden gehen ziemlich weit über das hinaus was die Vfg. 46/2020 mit "Handfunkgeräten" meint.

    Und in der europäischen L212 von 2019 ist die Formulierung noch strenger.


    Was das 25kHz breite Datensignal angeht:

    So alleine die Signalform ist überraschender weise konform zu den aktuellen Regelungen.

    Die Beschränkungen auf Kanalbreite 12,5kHz und optional zuletzt 6.25kHz für pDMR gelten seit Vfg. 46/2020 nicht mehr.

    Entfällt alles, auch die Zuordnung konkreter Kanalfrequenzen hat man gestrichen.

    Ganz offensichtlich um künftige Systeme mit noch schmaleren Bandbreiten als 6,25kHz pauschal Zugang zu gewähren.

    Das da dann aber jemand mit 25kHz Kanalbreite ankommt hatte bei den Behörden wohl auch niemand geahnt.


    Was eher interessant ist beim 25kHz-Signal:

    Beobachtet mal über längeren Zeitraum den Pegel!

    Sollte es sich um ein Telemetriesignal in der Anwendung "Air to Ground" handeln, würde ich das eher kritisch sehen.


    Jürgen