Probleme bei neuer Technik - Digitalfunk nicht gut genug für Feuerwehr

  • DORTMUND Die Feuerwehr Dortmund muss bei der Polizei ausgemusterte Funkgeräte aufkaufen, weil die Industrie für den auslaufenden Analogfunk keine Ersatzteile mehr herstellt. Der Umstieg vom Analogfunk auf den Digitalfunk läuft nicht rund.


    Leben retten, Gefahren vermeiden, Werte schützen: Um Notfälle verhindern und in Extremfällen professionell reagieren zu können, steht die Dortmunder Feuerwehr bei technischen Innovation europaweit in der ersten Reihe an der Schüppe. Das Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie forscht für Einsätze, Technik und Organisation und kann dafür auf das Wissen experimentierfreudiger Köpfe in den eigenen Reihen zurückgreifen.


    Beim Umrüsten vom Analog- und den Digitalfunk steht die Feuerwehr allerdings mit einem Fuß auf dem Schlauch, denn die von außen angelieferte Technik ist den Gefahren im Alltag noch nicht gewachsen.


    Feuerwehr betreibt und wartet Analogfunk


    Beim Analog-Funknetz aus der Nachkriegszeit hält die Feuerwehr alle Fäden in der Hand: „Das ist eine robuste Technik, die ihre Grenzen hat, aber seit Jahrzehnten zuverlässig funktioniert. Wir betreiben, warten und reparieren die Technik selbst. Beim Digitalfunk ist das anders“, sagt Branddirektor Oliver Nestler (42), der bei der Feuerwehr als Projektleiter für das Umschalten auf die digitale Funktechnik verantwortlich ist. Das kostet einen siebenstelligen Euro-Betrag.


    Das neue Digitalfunknetz betreibt nicht die Feuerwehr, sondern die „Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“. „Das ist ein Netz, das Sicherheitsbehörden wie Feuerwehren, Polizei, Justiz, Verfassungsschutz und Zoll nutzen“, berichtet Oliver Nestler. Das Funknetz sei stark beansprucht: Bei Großeinsätzen komme es in Dortmund jetzt schon zu einer Überlastung.


    In einer Übergangsphase muss die Feuerwehr die Digitaltechnik einführen und – auf unbestimmte Zeit – die alte analoge Funktechnik einsetzen. Weil die Industrie keine Ersatzteile mehr liefert, kauft sie bei der Polizei ausgemusterte Funkgeräte auf, um diese für Reparaturen auszuschlachten. Die Polizei funkt bereits digital.


    Funk-Probleme in Gebäuden


    Der Digitalfunk zwischen der Feuerwehr-Leitstelle und den Löschzügen draußen ist im Alltag kein Problem. Oliver Nestler: „Das Funknetz ist so aufgebaut, dass wir flächendeckend im Außenbereich în der Vor-Kopf-Trageweise sprechen können.“ Schwierig wird es bei Einsätzen, wenn die Teams in Gebäuden verschwinden. Das Problem: Der Digitalfunk durchdringt große Gebäudekomplexe nicht. Vor allem Stahl stört. Die Übertragungsqualität leidet oder die Kommunikation ist unmöglich.


    Eine zuverlässige Funktechnik ist lebenswichtig: Der Einsatzleiter muss seine Kollegen im brennenden Haus ansprechen können, um ihnen bei akuter Einsturzgefahr den Rückzug befehlen zu können. Umgekehrt müssen die Teams im Gebäude wichtige Informationen rausfunken können. Aktuell kann die Digitaltechnik das nicht gewährleisten. „Das ist sicherheitskritisch“, sagt Oliver Nestler über Gefahr und Folgen gestörter Kommunikation.


    Eigentümer sollen Freiwillig investieren


    Per Gesetz wurden Eigentümer großer gewerblicher Gebäude schon vor Jahrzehnten verpflichtet, Antennenkabel einzuziehen, damit die Feuerwehr im Notfall funken kann. Viele alte Antennenkabel sind auf Analogfunk-Niveau und für den Digitalfunk nicht geeignet – und eine Umrüstung schreibt das Gesetz nicht vor.


    Die Feuerwehr bittet deshalb die Eigentümer, zum Schutz der Mieter und Werte freiwillig in die digitale Infrastruktur zu investieren. Der Flughafen und bedeutende Tunnelanlagen für den Straßenverkehr sind bereits umgerüstet.


    Mit großem Aufwand digitalisiert DSW21 aktuell die Antennentechnik in den Stadtbahnanlagen. Polizei-Gewerkschaften hatten bereits auf Funklöcher in der U-Bahn unter dem Hauptbahnhof hingewiesen.


    Quelle: http://www.ruhrnachrichten.de/…uer-Feuerwehr-953725.html

  • Hallo!


    Ich lach mich gerade wech. ;totlach;
    Denn aufgrund der räumlichen Nähe habe ich da etwas einblick, und frage mich gerade von welcher polizei die dortmunder Feuerwehr denn Geräte zum ausschlachten kaufen will.
    Die dortmunder Polizei, warscheinlich die Polizeien NRW's wohl kaum.
    Denn Standardausstattung Polizei Dortmund zuletzt:


    FuG8/9 Bosch im KFZ und FuG10a-Retro.


    Die Feuerwehr hingegen mit ihrer Standardaustattung:
    FuG8b Teledux in den KFZ und GP900/MTS2010 als Handfunkgeräte.


    Keine Frage: Ehemalige Polizeigeräte als ganzens nehmen und defekte Teledux oder GP900 ersetzen wäre kein Problem.
    Aber Ersatzteile aus Bosch Geräten der Polizei ausschlachten und in Teledux oder GP900 einsetzen.... ö:,vog


    Entweder hat der RN-Redakteur da heftig was falsch verstanden, oder falsch interpretiert.


    Und was die digitalisierung analoger Objektfunkanlagen angeht:
    Wäre für die meißten Objektfunkanlagen in Dortmund kein Problem und von den Kosten durchaus überschaubar.
    Allerdings nur wenn es um DMO-Repeater geht.
    Bei TMO-Anlagen mit netzanbindung hingegen wird es kompliziert, weil die Zugangssicherung der meißten Objektfunkanlagen nicht den BDBOS-Auflagen entspricht.


    Grüße aus Dortmund


    Jürgen Hüser