Spezielle Anwendungen auf Betriebsfunkkanälen?

  • Hallo Hartmut!



    Nunja, die 458,99 gehört zum Frequenzzuteilungsgebiet (FZG) 1 wo auch die Feststation des Kunden ist.

    Der Tunnel hingegen liegt auf der Grenze zwischen FZG 4 und FZG 5.

    Welche Richtlinien die BnetzA für solche Tunnel hat oder anwendet weiß ich nicht.

    Der Tunnel ist jedenfalls knapp geschätzt ungefähr 6-7Km Luftlinie von der FZG 1 Grenze und knappe 10-12Km vom Kunden entfernt.


    Unter der Berücksichtigung das die Frequenznutzung im Tunnel ausserhalb nur einige 100m Reichweite hat - und da auch nur an Ein- und Ausfahrt, sind Störungen eigentlich ausgeschlossen.

    Dennoch wundert es mich etwas. Weil wenn das kein extrem merkwürdiger Defekt wäre, sondern tatsächlich sowas Doppler-Radar-artiges, würde mich das wundern. Denn das wäre keine für diese Frequenz zulässige Sendeart 14k00F3E/G3E und im Dauersendebetrieb auch nix mehr was zu einer Gemeinschaftsfrequenz passen würde.

    Physikalisch spricht dagegen das solche Doppler-Radaranwendungen eben absichtlich bei etlichen GHz liegen, da mit steigender Frequenz auch der Dopplereffekt vergrößert wird, und somit leichter messbar ist.


    Naja, wie gesagt:

    Laptop mit RTL-SDR-Stick wäre das nächste mal griffbereit, und wenn ich dazu vorher komme vielleicht auch der RSP1A.


    Grüße


    Jürgen

  • Hallo Leute,


    hatte letztens endlich mal die Gelegenheit das Signal zu sampeln mittels eines RSP2A.

    In den Links steckt das ZF-Baseband was sich mit beliebiger SDR-Software laden und abspielen lässt.


    B236 Tunnel Süd (Do-Aplerbeck) in Röhre Fahrtrichtung Süden (hat einige Minuten vorlauf bis Tunneleinfahrt)


    B236 Tunnel Süd (Do-Aplerbeck) in Röhre Fahrtrichtung Norden (wenige Sekunden Vorlauf bis Tunneleinfahrt)


    Wie ich nun sehe, handelt es sich um mehrere schmalbandige Einzelträger die zum Teil Phasen- oder MSK-Moduliert sind.

    Ebenso auffällig ist, das die Intensität der Einzelträger hart umschaltet: Die Feldstärken (in Spitze bis zu -10dBm!!!) ändert sich also nicht in Rellation zur Fahrgeschwindigkeit durch den Tunnel, sondern es wird zu bestimmten Zeitpunkten die Frequenz der Einzelsender umgeschaltet.


    Was immer das auch ist, es kann nur etwas hochgradig probitäres sein. Mit FM, PSK, QPSK und alles denkbare "handelsübliche" ist das nicht.

    Und für Störabstrahlungen z.B. der Videoüberwachung o.ä. sind die Einzelsignale m.E. zu diskret nebeneinader aufgereiht und auch etwas zu stark.

    Immerhin: Ein Gerät oder Kabel welches über einige Meter eine Störfeldstärke von -10dBm erreicht, würde ich eher als Sender von Nutzsignalen bezeichnen und nicht mehr als EMV-Dreckschleuder.


    Was haltet Ihr von den Signalen?

    Hat jemand sowas mal in anderen Straßentunneln gehört / gemessen?


    Achja: Die in den Wave-Files enthaltenen Feldstären sind +- 0,5dB exakt (am Meßplatz kalibriert).


    Grüße aus Dortmund


    Jürgen Hüser