Unbekannte Aussendungen auf 4-Meter

  • Hallo zusammen,


    ich hab hier im 4-Meter-Band mir unbekannte Aussendungen. Vielleicht er(kennt) das jemand und kann mir sagen, was es sein könnte...


    Die erste Aussendung lässt sich manchmal empfangen, wenn das Band offen ist. Verschiedene Frequenzen im Bereich 70 bis 87,5 MHz beobachtet.


    Die zweite Aussendung ist dauerhaft empfangbar, d.h. rund um die Uhr, unabhängig von Überreichweiten. Frequenz (83,735 MHz, ± einige KHz) und Signalstärke konstant. Keine Ahnung, wem dieser Datenfunk "gehört".


    Ideen? ;,z10


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  • Hallo!


    Es sind also keine neuen Signale die plötzlich aufgetaucht sind?


    Nun, deine MP3's reichen nicht für eine Analyse. Vom klanglichen Eindruck hingegen kommt mir das sehr gewohnt vor.

    Allerdings ist das schon gute 25-30 Jahre her...so anfang 1990-1995 etwa habe ich genau das was in deinen MP3's steckt häufiger gehört.


    Hier in meiner Heimatstatt tauchten diese Signale gelegentlich auf, vorwiegend bei Inversionswetterlagen. Dann aber vorwiegend im 2m und 70cm Band. Im 4m Band gab es damals andere interessante Signale auf Basis FFSK und PSK.

    Das war da alles noch deutlicher lebendiger, weil noch zuhauf Industrie und stationierung von Besatzungsmächte reichlich mit zum Teil sehr skurilen Sachen rumfunkten.


    Das System was du da gefunden hast war damals m.E. nach ein Daten-Bündelfunk, also Vorläufer von MODACOM.

    Wie es genau hies, ob es einem offenem Standard angelehnt war, und wer es nutze habe ich nie herraus gefunden.


    Grüße


    Jürgen

  • Hallo Jürgen und danke für Deine Antwort,


    nun, zumindest den "Datenfunk" auf 83 MHz konnte ich aufklären. Der gehört nämlich Unitymedia. Hab zu Testzwecken mal 'nen Funkscanner mit dem Kabel-TV-Netz verbunden und musste ernüchternd feststellen, dass diese Signale im 83 MHz Bereich dort auch und entsprechend stark zu empfangen sind. Demnach ist das Kabelnetz hier irgendwo undicht, ziemlich ärgerlich.


    Bleibt die andere Aussendung, die man hört, wenn Überreichweiten herrschen. Rein vom Audio mit 'nem FM-Empfänger hört sich das ja ziemlich schräg an. Irgend 'ne Idee was der Nutzen einer solchen Aussendung sein könnte?


    Grüße

  • Hallo!


    Also das Unitymedia im BK-Netz auf 83,735MHz sendet glaube ich nicht wirklich.

    Es ist keiner der mir geläufigen Pilottöne.

    Wenn es ein Nutzsignal aus dem Kabelnetz sein sollte, dann kommt es nicht vom Netzbetreiber sondern gehört gemäs DOCSIS3.0 oder DOCSIS3.1 zum Upstream (Rückkanal).

    Signale in diesem Frequenzbereich im BK-Netz kommen also von Kabelmodems.

    Und solche Signale würden niemals durch den ZF-Filter (15kHz) eines Sprechfunk-Scanners passen.


    Ich würde an deiner Stelle nun mal einen SDR-Stick ans Kabel halten und mir das Spektrum mal mit SDR# anschauen.


    Grüße


    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    ich wüsste es mir sonst nicht zu erklären.


    Und wie du sagst, ein DOCSIS Upstream Kanal kann ich mir nicht vorstellen. Mir ist nicht bekannt, dass bei uns so hohe Upstream Frequenzen verwendet werden. Und wenn ich mit dem Scanner auf die Frequenzen gehe, die mein Router für den Upstream verwendet, dann höre ich hier mit dem Scanner, wie erwartet, nur Rauschen.


    Ich werd mal meinen SDR rauskrusteln und dranhängen. Mit dem Funkscanner am Kabelnetz hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass - im Gegensatz - an der Antenne, das Signal im 83 MHz Bereich entweder breitbandiger ist, oder noch verschiedene andere Frequenzen im 83 MHz im EInsatz sind. Es war auf jeden Fall noch an andere Stellen im Bereich 83-84 MHz zu hören.


    Ich meld mich wieder...


    // Edit


    Nachtrag jetzt mit Screenshot von SDR#.


    Grüße

  • Oh ja, das dachte ich mir.

    Ein schon breites (450-500kHz) Upstreamsignal eines Kabelmodems.


    Das sowas auch aus dem BK-Netz leckt wundert mich absolut nicht.


    Schon damals als es keine Rückkanalanwendungen für Endkunden gab war das BK-Netz undicht.

    Insbesondere Sie Sonderkanalbereiche störten vielerorts Sprechfunkanwendungen.


    Damals, bereits ab dem Kabelpilotprojekt (1983/1985) haben die Störungsuntersuchungen gezeigt das die Netzebenen der Bundespost damals bis auf wenige Einzelfälle (Erdkabel und HÜP's) sauber waren. Die in die Millionen gehenden Leckstellen lagen überwiegend hinter dem HÜP, also die Verkabelung in Hausantennenanlagen und in Wohnungen zwischen Antennendose und Rundfunkgerät.

    Pegelmässig also an den Empfangsgeräten mit eher niedrigeren Pegeln.


    Heite bei Internetanwendungen über BK ist die Problematik krasser, weil dort wo Otto Normalverbraucher über Kabel und Stecker bestimmt, nicht mehr nur schwache Signale empfängt, sondern deutlich höhere pegel ins Kabel sendet.

    Mit DOCSIS 3.1 wird für Uplink der Frequenzbereich 5-204MHz genutzt womit solche Störungen locker bis ins 2m Band reichen können.


    Was ich aber eher noch fraglich finde:

    Ähnliche Signalformen empfange ich im 70cm band gelegentlich:



    Sind zwei dicht nebeneinanderliegende, 550kHz breite Streams:

    464,525MHz +- 275kHz = 464,250 - 464,800MHz

    465,075MHz +- 275kHz = 464,800 - 465,350MHz


    Wo die her kommen weis ich nicht. Für BK-Upstrem wäre die Frequenz deutlich zu hoch. Ob es was bezüglich Downstrem ist kann ich nicht eruieren mangels Kabelanschluss.

    Vermute aber eher eine bewegliche Funkanwendung, weil das Signal nur sporadisch sichtbar ist und vom Pegel vor allem dann stark ist, wenn hier in der Stadt Großveranstaltungen laufen.


    Grüße


    Jürgen