Beiträge von Troubadix


    Hm... Dann ist das teilweise auch so, dass Feuerwehr, Polizei und andere Organisationen über eine Art "Mehrkanalrelais" analog funken? O.K. Wie gesagt: BOS ist nicht meine Baustelle und ich lerne gerne dazu.


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    Und ob immer auch eine unterbrechungsfreie USV verhanden ist, bezweifel ich, was aber für jede Tetra Basisstadion zutrifft


    Das fände ich in der Tat eine beruhigende Info.


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    Es ist auch schon gut, dass WIR die (Nichtteilnehmer) nicht gefragt werden.


    Jein (finde ich zumindest). Natürlich kann man keine Umfrage in der Bevölkerung machen nach der Art: "welches Schweinderl hättens denn gerne?" Nicht jeder Bürger ist Funktechnicker und könnte die Systeme wirklich beurteilen. Daher war die Formulierung (die ja ursprünglich nicht von mir hier eingebracht wurde) etwas provokant. Allerdings sollte man Menschen mit technischem Interesse durchaus die Möglichkeit geben, sich zu Informieren. Die gelegentlichen Pressemitteilungen sind zu dem Thema wenig ergiebig. Meine Erfahrungen zu "10 Jahre digitalem Bahnfunk" sind nämlich durchaus durchwachsen, und immerhin handelt es sich dort auch um einen sicherheitsrelavanten Bereich. Bei "schönem Wetter" ist das alles wunderbar, aber da klaut nur mal einer ein paar Meter Kabel an der Strecke, und schon war zwei Tage lang eine wichtige Schnellfahrstrecke dicht.


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    Vor Generationen gab es auch Pferdefuhrwerke heute gibt es Fahrzeuge die ohne elektronik gar nicht mehr richtig fahren.


    Sagen wir besser, dass die heute gebauten Autos meist ohne (funktionierende) Elektronik gar nicht mehr fahren. Und ob ich diesen zuweilen ausufernden Technikwahn bei Autos gut finde? Dass ein Auto bei einem kleinen Fehler in einem seiner zig Bordcomputer schlicht stehen bleibt finde ich jedenfalls gar nicht gut! habe so meine persönlichen Erfahrungen gemacht, wo meine ehemalige Karre immer wieder unvermittelt stehen blieb, und was das Schlimmste war: Niemand hat den Fehler je gefunden! Hoffentlich ein schlechter Vergleich zum BOS-Funk... ;,z30



    So - jetzt habe ich Feierabend! ;,z33

    Was für ein herrlicher Glaubenskrieg. Den muss ich doch glatt mal aus der Versenkung holen. Mit BOS-Tetra habe ich zwar nix zu schaffen, habe aber die Umstellung von Analogfunk auf Digital in einem anderen sicherheitsrelevanten Bereich mit gemacht, nämlich der Bahn. Dort wird seit etwa 2002 das System GSM-R in Betrieb genommen. Abgeschlossen ist es noch nicht ganz, aber was den Streckenfunk angeht, ist es zu fast 100% in Betrieb. Und dort ist es wirklich ein Segen! Die Sprachqualität ist hervorragend, vor allem im Vergleich zum alten System! Einen Gesprächsabbruch habe ich noch nicht erlebt, Gruppenrufe und Notrufe kommen zuverlässig durch.


    Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten:


    So hat man es in fast 10 Jahren nicht geschafft, den Lokgeräten abzugewöhnen, dass sie manchmal bei einem eingehenden Anruf still und heimlich auf eine Art "automatische Rufannahme" gehen. Dabei gibt das Gerät keinen Signalton ab, der auf den eingehenden Anruf hinweist. Man hört dann gegebenenfalls den Menschen am anderen Ende atmen oder irgendwelche Hintergrundgeräusche, denn der Mensch am anderen Ende denkt ja, man hätte das Gespräch auf der Lok entgegen genommen und wartet daher auf eine Antwort des Lokführers. Der hat aber meist aufgrund des höheren Geräuschpegels auf seiner Lok nichts bemerkt. Erst wenn die Gegenstelle entnervt den Hörer auf die Gabel knallt, dann weis man als Lokführer, dass einen wieder mal jemand vergeblich versucht hat zu erreichen. Das ist mir gestern noch zwei mal hintereinander passiert...


    Beim Rangieren ist es eigentlich dringend erforderlich, dass man gerade in grösseren Bahnhöfen einen offenen Kanal zur Verfügung hat, wo man alles mithört (um im Gesamtgeschehen zu bleiben), und dass man auch jederzeit jede Stelle ansprechen kann, und zwar ohne vorher irgendwelche Nümmerchen zu tippen (mit Handschuhen bei den Usselsgeräten eh nicht möglich). Das bieten derzeit nur die Analog-Netze, und so kommt es, dass viele grossen Bahnhöfe seit fast 10 Jahren BEIDE Systeme betreiben: Digital für die Zugfahrten und Analog für das Rangiergeschäft. Teilweise laufen die Analogsysteme sogar "unter der Hand" weiter, weil man schlicht vergessen hat, die Anlagen in den Stellwerken auszubauen. Die Beteiligten sind enlos dankbar dafür! Manche Bahnhöfe haben sogar ihren digitalen Rangierfunk wieder ABGESCHALTET, weil er sich nicht bewährt hat, und funken nun wieder auf den guten alten 4-Meter-Rangierkanälen.


    In diesem Kontext ist es nachvollziehbar, dass die Rangierer lieber am Analogfunk festhalten. Da hat man ein "ordentliches" Gerät in der Hand wo man maximal einen Tonruf vor der PTT drücken muss und kann dann einfach sprechen (mit dicken Handschuhen eh das einzig mögliche Verfahren!). Weiter ist es auch viel einfacher sich Analog-Geräte (kostengünstig) zu beschaffen. Wir Bahner sind ja nicht an irgendeine BOS-Richtlinie oder Ähnliches gebunden. Die Geräte müssen lediglich den technischen Parametern der BNetzA entsprechen und dann kann man diese Betreiben. Die Beschaffung von Digitalfunken (auch Handfunken) ist da wesentlich umständlicher und vor allem teurer, weil es keinen echten Markt gibt. Und dass jedes Gerät seine eigene SIM-Karte braucht (vermutlich inclusive monatlichen Gebühren) macht die Sache auch nicht symphatischer...


    Dies mal rein informativ, wie so eine Umstellung in einem anderen Bereich läuft.


    Dabei sind die Schwächen nicht immer systembedingt (analog vs. digital). Es scheint mir viel eher darauf anzukommen, was man aus den Systemen macht! Auch aus dem Analog-Funk könnte man ja noch mehr heraus holen. So hatte man es bei der Bahn (und meines Wissens nach auch beim BOS-Funk) bis heute nicht geschafft, auf die normale Frequenzmodulation die Phasenmodulation aufzusatteln (ein Umstand, der mir erst vor kurzem aufgefallen ist). FM/PM soll seit Ende der 70er bei fast allen FM-Betriebsanwendungen Standart sein und findet heute Anwendung bei fast allen FM-Funknetzen wie Betriebsfunk, Afu, CB, PMR446 u.s.w. Nur BOS und die Bahn hantiert noch ohne PM herum, dabei wäre einmal mit PM die Reichweite über die Erhöung des Rauschabstandes grösser, und zum zweiten würde das nervig grelle Rauschen bei reinem FM bei schlechtem Empfang merklich gemildert! Ich habe dazu hier den direkten Vergleich, indem ich mit ein und dem selben Gerät auf unserem internen Betriebsfunk mit PM arbeite, sowie auf den Bahnkanälen ohne PM.


    Und was mich persönlich beim Digitalfunk etwas skeptisch macht ist die folgende Gefahr: Der Analogfunk ist in seiner allgemeingültigen Technik nachvollziehbar, wo hingegen der Digitalfunk es jedem Hersteller oder Betreiber ermöglicht, sein eigenes geheimes Süppchen zu kochen. Eine Art "Cyberfunk", dessen konkrete Funktionsweise nur wenigen Menschen bzw. bestimmten Herstellern/Betreibern bekannt ist. Damit macht man den Anwender vermutlich in vielen Fällen abhängig von Wartungsverträgen bestimmter Firmen, die ihre Preise dann letztlich recht frei gestalten können. Der Anwender kann dann eben nicht mehr zur nächsten Funkwerkstatt gehen, geschweige denn, dass der Anwender selbst eine eigene Funkwerkstatt einrichten könnte. Und der GAU wäre dann, wenn eine Firma, die einen exklusiven Digitalfunkstandart entwickelt hat, pleite geht. Was machen dann die Anwender dieses Systems? Als Funkanwender habe ich auch keine Lust, mir (analog einem EDV-System, das heute schon alle paar Jahre komplett getauscht werden muss), regelmässig ein neues Funksystem anzuschaffen, weil das Alte nicht mehr gesupportet wird.


    Ich muss zugeben, dass mir daher trotz gewisser Vorteile des Digitalfunks, der Analogkram irgendwie deutlich symphatischer ist. Letzteres läuft schliesslich seit Generationen, wohingegen die Halbwertszeiten von Digitalfunkstandarts sicherlich signifikant geringer sein werden! Die Funkindustrie wirds freuen! Die Anwender, bzw. diejenigen, die es bezahlen müssen, eher weniger.


    Aber um zurück zum BOS zu kommen: Da wurde hier ja schon treffend gesagt, dass WIR (also die Nichtteilnehmer) zur Einführung des BOS-Digitalfunk NICHT befragt werden. Dafür dürfen WIR es aber bezahlen! Ich bin gespannt, wie sich die Sache entwickelt...



    Grüsse:
    Thomas



    PS: Was mich auch stutzig macht: In einem anderen Thread hatte ich die Frage gestellt, wie es mit der Netzaussfallsicherung der Basisstationen von BOS-Tetra aussieht. Dazu gab es bislang keine Antwort, wohingegen bei den analogen BOS-Relais bekannt ist, dass diese mit einer USV inklusive Notstromaggregaten ausgerüstet sind. Ob man diese kostspieligen Notsysteme auch für jede einzelne der deutlich zahlreicheren Tetra-Basistationen eingerichtet hat, erscheint demnach zumindest ungeklärt. Im Anbetracht der offensichtlichen Tatsache, dass hier auch ein und dasselbe System ALLE BOS-Teilnehmer versorgt (während beim Analogbetrieb jede Organisation ihr eigenes Netz betreibt/betrieben hat), finde ich die daraus resultierenden Gedanken nicht sehr beruhigend.


    Vielleicht täte da ein wenig mehr Aufklärung not, denn es geht den gemeinen Bürger schon etwas an: Einmal weil es um seine eigene Sicherheit geht, und zum anderen, weil er letztlich die ganze Technik bezahlt.

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    Original von eltown


    Aber es wird ja bald TETRA geben und dann isses aus mit mithören.
    eltown


    Bei BOS (irgendwann), aber bei etlichen anderen Funkdiensten nicht (Flugfunk, Binnenschiff, diverse Verkehrsbetriebe ect). Daher wird das Thema wohl immer aktuell bleiben.

    Ich hoffe, man macht sich nicht strafbar, wenn man diesen hochoffiziellen und öffentlich abrufbaren Link hier einstellt (mit schönem Gruss an so manche moralinsauren Beiträge):



    http://www.bundesnetzagentur.d…95?__blob=publicationFile



    ;,z31



    Trotzdem: Derjenige, der nicht BOS-Teilnehmer ist, und diese Frequenzen in irgendeiner Weise technisch nutzt, macht sich im Prinzip zum Straftäter. Das ist eben die Eigenverantwortung, die jeder wahrnehmen muss, auch wenn ihm die Freiheit der Informationen vielleicht etwas anderes suggeriert. Übrigens sind ja auch die BOS-Frequenzen nicht "besonders geschützt": Gleiches gilt auch für den Betriebsfunk, Flugfunk, Schiffsfunk und alle anderen nichtöffentlichen Aussendungen. Die darf man nur als Teilnehmer der jeweiligen Dienste nutzen bzw. abhören, und auch das nur quasi "dienstlich" (auch ein Polizist darf privat seine Kollegen nicht "so zum Spass" abhören).


    Vielleicht ist es vergleichbar mit einem Gang durch den Supermarkt: Da liegen die tollsten und leckersten Dinge in Griffweite herum, aber die darf ich mir ja auch nicht einfach so aneignen. Es gibt gewisse Vorraussetzungen dafür: Ich muss dafür bezahlen! Ebenso muss man eben eine Berechtigung erwerben um nichtöffentliche Funkdienste zu nutzen. Man darf aber auch als Nichtnutzer der Dienste sehr wohl theoretisches Wissen darüber sammeln, ebenso wie man auch ohne Geld einen Supermarkt betreten darf. :D


    Was ich zugeben muss: Problemastisch ist, dass der TO offenkundig die Frequenzen wissen wollte, um damit seinen Scanner zu programmieren. Daher möchte ich es nochmal betonen (um mich nicht der Beihilfe zu einer Straftat schuldig zu machen): auch die Tatsache, dass selbst die BNetzA die vom TO gewünschten Frequenzen veröffentlicht, berechtigen keinen Nichtteilnehmer dieser Frequenzen, selbige gezielt abzuhören. ;,z45

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    Original von Blablub
    4000 Euro???


    Konnte ja eigentlich nicht viel gewesen sein oder? :mahlzeit:


    Und wirklich wichtige Teile wohl auch nicht - wenn die Tatzeit schon nur auf ein schwammiges 6-Stunden-Fenster eingegrenzt werden konnte. Wenn ein BOS-Relais ausfällt, dann sollte das doch eigentlich schneller auffallen - denke ich zumindest in meinem jugendlichen Leichtsinn... ;D

    Ich habe eben nochmal die alten Korrespondenzen raus gekramt. Demnach ist das Umflashen der Geräte immer mit einem gewissen Restrisiko behaftet. Macht z.B. der Rechner beim Flashen ein kleines "Bäuerchen", dann spinnt die Funke hinterher gegebenenfalls heftig.

    Das mit den max. 16 Kanälen zum gleichzeitigen Scannen ist so ziemlich das einzige echte Ärgernis bei den "Motorrollern". Aber die Dinger sind eben als reine Betriebsfunken konzipiert, und da wird die Scanfunktion vermutlich sowieso eher selten gebraucht, erst recht nicht mit mehr als 16 Kanälen. Für Afu langt das aber leider nicht immer.


    @Jürgen:
    Wie sieht das eigentlich aus mit dem Programmieren der Vertex-Geräte, also Kosten von Software/Programmierkabel sowie der Handhabung? Ich bin froh, dass ich nun halbwegs bei den Motorolas bescheid weis - nach über einem Jahr Probieren und Tipps sammeln.

    Ich habe das gleiche Problem mit diversen Handfunken GP380ern und GP320ern, wo sich die Programmierung der 380er untereinander und auch mancher 320er untereinander nicht vom einem aufs andere Gerät "klonen" lässt. Die CPS verlangt dann nach einem Firmwareupdate. Ich hatte mich dazu auch schon mal mit einem Funktechiker (der auch hier schreibt) ausgetauscht. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann kommt es auch darauf an, wie viele Generationen die Geräte auseinander liegen (auch bei "äusserlich" gleichem Typ), denn Motorola hat in den nun bereits zahlreichen Jahren, in denen die Geräte hergestellt werden, auch Änderungen an der Hardware vorgenommen, so dass es unter Umständen mit dem einfachen Aufspielen einer neuen Firmware nicht getan ist. Ggf. kann man sich wohl auch ein Gerät ruinieren, wenn man die neueste Firmware auf eine Uralt-Hardware spielt.


    Ich habe daher von der Idee, meine Geräte auf einen Stand flashen oder updaten zu wollen, wieder Abstand genommen, weil mir erstens das Risiko zu groß war, zweitens weil man ja nicht ständig seinen Gerätepark umprogrammiert und drittens sehe ich es als Übung, wenn ich bestimmte Programmierschritte gleich drei oder vier mal hintereinander machen muss. /Hasenzähne

    Hey Flecky,


    war nicht böse gemeint. Aber auch wenn es vielleicht etwas schulmeisterlich von mir rüberkommt: Ich wollte Dir halt nur mal versuchen zu verdeutlichen, was Du Dir damit für Nachteile einhandeln kannst. k99wink

    Zitat


    Es ist völlig egal wo es so betrieben wird, durch solche spielereien wird eine
    Frequenz unnötig länger belegt.


    Na ja - und eben nicht nur unnötig (wenn es eine lizensierte Exklusivfrequenz, also KEINE Wanderfrequenz ist, dann können die Teilnehmer dort ja eigentlich machen, was sie wollen), sondern es erschwert einen vernünftigen Funkverkehr erheblich. Sicherheitsrelevante Sprechverbindungen wie z.B. Einweisungen von Fahrzeugen, Maschinen ect. werden sogar unmöglich, weil durch den nachlaufenden Träger ständig Wartezeiten mit Funkstille auftreten - Zeiten in denen es durchaus rummsen kann! Auch im Sicherheitsdienst kann es dumm ausgehen. Mir fällt eigentlich keine Betriebsfunkanwendung ein, wo dieses "Trägernachlaufen" nicht zumindest extrem lästig wäre.


    Und weshalb ich das Anliegen nicht recht verstehe:
    Betriebsfunk ist KEIN Spielzeug, und eine Betriebsfunkfrequenz zu betreiben ist in aller Regel mit Gebühren verbunden. Und damit man überhaupt eine Frequenz zugeteilt bekommt, muss man der BNetzA auch einen berechtigten Grund angeben, wofür der Funk genutzt wird. "Privat" ist eine Zuteilung meines Wissens nicht möglich. Man muss schon "Firma" oder "Verein" oder sonst eine Organisation sein, sowie als Solche dann auch einen konkreten Verwendungszweck angeben, um so eine Zuteilung zu bekommen. Und das beisst sich alles mit solchen Spielereien.


    Aber wie gesagt: Findet das alles auf einer Exklusivfrequenz statt, dann könnt ihr natürlich machen, was ihr wollt. Findet dies jedoch auf einer der Wanderfrequenzen statt, dann wäre Schluss mit Lustig, denn dort gibt es einen Haufen Teilnehmer, die innerhalb Deutschlands standortungebunden auf diesen Frequenzen arbeiten. Daher gilt hier Funkdisziplin, und ein unnötig langes Belegen der Frequenzen ist absolut zu vermeiden. Insofern könnte hier vielleicht sogar die BNetzA etwas gegen diese "Spielerei" haben.

    Hm.. Ich weis immer noch nicht, was Du möchtest. "Umsetzerrelais", also Relaistationen sind ja automatisch arbeitende Funkstellen, die ein Signal von einer handbedienten Funkstelle im Unterband ampfängt, und zeitgleich im Oberband an eine andere handbediente Funkstelle aussendet. Dient der Reichweitenerhöhung, da das Relais immer auf einem hohen Gebäude oder einem Berg steht. Und nachdem das Relais durch einen Signalton oder auch einfach durch einen Träger "aufgeschaltet" wurde, sendet es (je nach Einstellung) meist noch einige Sekunden im Oberband weiter, nachdem der Träger im Unterband abgefallen ist. Das dient dazu, dass das Relais in kurzen Sprechpausen nicht immer wieder abfällt und neu aufgetastet werden muss. Und weil dabei zwei Frequenzen benutzt werden (Ober-/Unterband) nennt man das Ganze Duplexbetrieb, wenn ich das richtig verstanden habe. Das Verfahren gibts auch mitnichten nur im BOS, sondern z.B. auch im Betriebsfunk, Bahnfunk und Amateurfunk.


    Du willst aber doch Simplexbetrieb machen, oder? Selbst wenn man es jetzt "schick" findet, dass der Träger nach Gesprächsende noch ein paar Sekunden weiter gesendet wird: Merken täte es doch eh nur ein Zuhörer, wohingegen die sendende Station gar nicht merkt, dass das eigene Gerät nach "Durchsageende" noch weiter sendet. Und was noch viel schlimmer ist: Solange das Gerät nach dem Loslassen der PTT-Taste noch weiter sendet, solange kann es im Simplex eine eventuelle Antwort NICHT empfangen! In vielen Fällen wird aber sicher gewohnheitsgemäss doch sofort von der Gegenstelle geantwortet, wobei die Antwort dann aber im "Überkreuzverkehr" versickert. Und sonst müsste vor der Antwort immer abgewartet werden, bis der Träger der rufenden Station abgefallen ist. Da würde ich gerne mal bei Euch zuhören...


    Das kann doch alles keinen Sinn machen, oder habe ich da etwas falsch verstanden? Zugegebenerweise kenne ich die Bosch-BTO nicht.



    Thomas

    Hallo Olli!


    RG 213 sollte geeignet sein für etwas längere Verbindungen Funke > Antenne. Gibt auch noch bessere Kabel, z.B. die Aircell, die bei weniger Dämpfung sogar noch etwas dünner sind als das RG213.


    Beim Senden ist es eh kein Thema, sofern die Sendeleistung des Funkgerätes genug Reseven hat, damit Du Deine erlaubte ERP erreichen kannst. Beim Empfang nützt das natürlich nichts, und in sofern ist es immer sinnvoll, die Antennenkabel so kurz wie möglich zu halten bzw. ein möglichst verlustarmes Kabel zu benutzen.


    Soweit ich weis kommt es der BNetzA bei Feststationen bei Betriebsfunk auf die Strahlungsleistung der Antenne an. Diese setzt sich zusammen aus der Sendeleistung an der Antennenbuchse des Funkgerätes minus der Verluste an Steckern sowie der Antennen"leistung". Die Antenne kann hier sowohl Verluste als auch Gewinne verursachen, bei Richtantennen sogar ganz erhebliche Gewinne. Allerdings scheinst Du eine Groundplane zu verwenden (wenn Du von drei Radialen schreibst). Das ist ein (annähernder) Rundstrahler. Um eine Berechnung anstellen zu können, muss man allerdings zwingend um den genauen Antennentyp bescheid wissen, bzw. dessen Verluste oder Gewinne kennen. Wäre hilfreich wenn Du das noch raus bekommen könntest. Übrigens interessiert die BNEtzA auch die Höhe des Antennenstandortes.


    Und zu Deiner Eingangsfrage: Ja! Auch kleine Änderungen des Antennenstandortes können ganz erheblich das Sende-/Empfangsverhalten verändern. Und so eine kleine Änderung der Höhe bedeutet nicht, dass die Reichweite steigt. Je nach Geometrie zu anderen Gebäuden oder natürlichen Hindernissen kann sich dadurch auch eine Verschlechterung ergeben. Grundsätzlich gilt schon: "Je höher, desto besser" aber bei kleinen Änderungen können andere Effekte den Gewinn durch die Höhe überlagern bzw. sogar umkehren.



    Grüsse:
    Thomas

    So - ich komme gerade von der Frühschicht heim und habe meine numehr auf "Retro" umprogrammierten Bahnkanäle fleissig im Echtbetrieb genutzt. Die Verständigung ist nun tadellos! Allerdings weis man jetzt schon, wofür dieses "Funkdolby" gut ist: Stellwerke, die ich bislang recht gut hören konnte versaufen nun in einem hellen Rauschen. Da ist schon was dran, dass man mit Emphase die Reichweite merklich erhöhen kann. Allerdings ist das bei der Bahn relativ uninteressant, weil die Stellwerke, mit denen man über die "Ortskanäle" kommuniziert, selten mehr als wenige hundert Meter entfernt sind. Ich muss da ja keine Reichweitenrekorde aufstellen. :D


    Nochmals meinen herzlichen Dank für die wirklich äusserst hilfreichen Tipps und Erklärungen!



    Grüsse:
    Thomas

    Und da fällt mir ein Vergleich ein: Demnach wäre FM/PM ja soetwas wie das zur gleichen Zeit aufkommende Dolby im Hifi-Bereich bei Magnettonträgern, ging bzw. geht es dort ja auch um Rauschunterdrückung durch Ausblendung der rauschlastigen Frequenzen bei der Wiedergabe bei vorheriger Anhebung der selben Frequensbereiche bei der Aufnahme. Als Fan von kristallklaren Höhen habe ich damals Casetten zwar in Dolby aufgenommen, aber beim Abspielen Dolby immer abgeschaltet. :D

    Auch auf diesem Weg meinen herzlichsten Dank für die info, Jürgen (hatte sie ja schon als Mail)!


    Habe gleich mal alle Betriebsfunken bei uns in der Firma an den Schleppi gehangen und mit den neuen Erkenntnissen nochmal überall drüberprogrammiert. Nach über eineinhalb Jahren Nerverei, weil es sich immer anhörte als hätte die Gegenstelle einen Socken im Mund, ist nun endlich eine vernünftige Verständigung möglich! )((sonne(


    Leider war allerdings unsere eigentliche Funkwerkstatt wohl auch nicht so fix, denn die hatten überall schön die Geräuschunterdrückung programmiert. Habe die gleich mal rausgeschmissen und stattdessen für unseren internen Betriebsfunk die XPAND-Funktion gesetzt. Wir verwenden unter uns ja eh ausschliesslich Motorolas die das können. Der Bahnfunk läuft selbstverständlich ohne XPAND. Aber ist ein Unterschied wie Tag und Nacht! Bin ich richtig happy drüber! :bounce1



    Grüsse:
    Thomas

    Nun wirds aber richtig spannend! In der Tat geht mir ja bei den Motorolas GP380er bei Verwendung im H-Band der Bahn (Bahnhofs-Ortskanäle) der dumpfe Klang ziemlich auf den Senkel, zumal ich deshalb auch oft echte Verständigiungsprobleme habe! Und ebenso beschweren sich zuweilen die Gegenstellen darüber, dass ich mich so nervig schrill anhöre.


    Wo finde ich denn das entsprechende Parameter, um die Motorolas auf den entsprechenden Kanälen auf das althergebrachte FM (ohne PM) zu konfigurieren? Jedenfalls wäre das eine riesige Erleichterung!



    Grüsse:
    Thomas