Jetzt steigen wir aus Kernkraft aus, verkünden den Klimanotstand, dass Energie zu sparen sei und dann sollen Balkonkraftwerke nicht in Betrieb gehen, weil sie u.U. nach Abdrehen der Hauptsicherung noch Strom produzieren und Elektriker, die vor dem Berühren von Leitungen keine Spannungsprüfung vornehmen, einen Schlag bekommen könnten? Das gibt es nur in Deutschland. Inverter stellen im Übrigen keinen Nullleiter, erzeugen also Spannung mit galvanischer Trennung symmetrisch und man bekommt beim Berühren einer der Leitungen in der Regel keinen Schlag, weil es keine Phase gibt. Selbst beim billigsten chinesischen Modell.
Nach Netzausfall kommt aus Grid Tie Invertern nichts mehr. Nur wenn man die Hauptsicherung abdreht, kann es sein, dass sie weiter eine Spannung produzieren. Mit welcher Frequenz das erfolgt, kann ich nicht sagen. Solange Verbraucher am Netz sind, bricht die Spannung ohnehin schnell zusammen.
Die offiziellen Einspeisezähler vergüten einen realistischen Strompreis und nicht das, was E-Werke momentan den Kunden berechnen. Für ein Balkonkraftwerk wird sich das nicht lohnen. In den Niederlanden soll das anders sein.
Ich habe drei Inverter 12V 230V für Inselbetrieb, von denen einer einen "modifizierten Sinus" bereitstellt, die anderen beiden ohne wesentlich Einbußen des Wirkungsgrads Sinuskurven. Modifizierter Sinus ist viel problematischer, als ich dachte. So kam ich auf die dumme Idee, mittels eines Werktstatt-Trenntrafos die Ausgangskurve zu glätten. Das klappte jedoch nicht, es wurden höchstens noch Überschwinger erzeugt. Zudem hat sich die automatische Spannungsumschaltung 110V/220V sofort selbst zerstört, weil sie in den verlängerten Nulldurchgängen auf 110V schaltete. Soviel zu preiswerten chinesischen Trenntrafos. Ein Glück, dass die Umschaltung mir keine teuren Geräte zerschossen hat. "Pure sine" Inverter haben drei Stufen. Erstens einen Wandler von 12V auf ca 400V Gleichspannung. Zweitens eine 50Hz Umschaltung der 400V. Drittens eine Drosselspule, die mit rund 20kHz getaktet wird und an der die Differenz zwischen Rechteck und Sinus abfällt. Und das funktioniert recht gut.
Für die Netzstabilität kann ich mir durchaus vorstellen, dass zu viele private Einspeiser Stabilitätsprobleme verursachen können und auch industrielle Windkraft- und Solaranlagen nicht die stabilisierende Wirkung eines Kohle- oder Kernkraftwerks haben. Genau aus solchen Gründen wird ja ein Blackout befürchtet.