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Alles anzeigenAm 5. September 1956 wurde der Urgroßvater der Festplatte geboren: IBM präsentierte den 305 RAMAC mit der ersten kommerziellen Festplatte der Welt, der IBM 350 Disk Storage Unit. Dieser Datenkoloss war so groß wie ein Wohnzimmerschrank, brachte mehr als 1 t auf die Waage und beherbergte 50 rotierende Magnetplatten mit einem Durchmesser von je 61 cm. Im Oldenburger Computermuseum kann sie heute noch besichtigt werden.
Die Speicherkapazität liegt bei überschaubaren 5 MB. Genug, um damals die Daten von etwa 65 000 Lochkarten abzulegen. Heute verbraucht ein einzelnes Selfie locker mehr Speicher. Von Elvis Presley hätten nicht einmal zwei Songs im MP3-Format auf besagter Festplatte Platz gefunden. Aber RAMAC markierte damit den Start in eine neue Ära, in der direkter Zugriff auf Daten in Echtzeit erstmals möglich wurde: keine endlose Wartezeit mehr beim Einlesen von Lochkarten.
Doch der Speicher kommt nicht ohne Tücken daher: Das System braucht den Platz einer ganze Halle und so viel Strom wie eine Kleinstadt.
Die Geräte werden vor allem an große Institutionen wie Behörden, das Militär und Unternehmen vermietet — zum stolzen Preis von etwa 3 200 US-Dollar pro Monat. So war die RAMAC auch bei den Olympischen Winterspielen 1960 im Einsatz und zeigte, was maschinelle Datenverarbeitung leisten kann.
Während die damalige Festplatte also tonnenschwer, riesig und teuer war, beobachten wir jahrzehntelange Miniaturisierung und Leistungssteigerung. Heute passen Terabytes an Daten auf eine winzige Festplatte, die kaum die Masse einer Tafel Schokolade erreicht und in jede Hosentasche passt — ein erdrückender Kontrast zu den Anfängen.
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