Antennenbauform

  • Hallo zusammen,

    ich habe im Internet folgende Bauanleitung (siehe Anhang) für eine einfache 149 MHz Antenne gefunden. Die Frequenz ist eigentlich nebensächlich, es geht mir darum, ob dieses Prinzip grundsätzlich überhaupt Sinn ergibt: Die Masse parallel mit einem kleinen Abstandshalter (einer Lüsterklemme) zum Strahler verlaufen zu lassen – und insbesondere das Verhältnis von Strahler zu Masse von etwa 3 (2,89) : 1.

    Oder ergibt das HF-technisch Sinn?


    Über eure Antworten würde ich mich sehr freuen.

  • Hallo!

    Nein, genau so macht das keinen Sinn, aber es ist erkennbar worauf der Entwickler hinaus wollte, aber das Prinzip nicht wirklich verstand: Eine J-Pole!

    Eine J-Pole ist ein Endgespeißter Halbwellenstrahler was für 149MHz etwa 1m. Im von der hohen Impedanz (ca. 1600 Ohm) des Halbwellenstrahlers auf 50 Ohm zu transformieren ist er unten mit einer Viertelwellen-Parallel-Leitung gespeist auf welcher sehr weit unten (wenige dutzend mm) die gewünschten 50 Ohm Impedanz herrschen.
    Eine solche J-Pole sieht ähnlich aus wie im Bild, aber eben mit einer Gesamtlänge von Lambda 3/4, also knapp 150cm für 149MHz - sowie einem anderen Detail unten bei der Einspeisung.

    So exakt wie auf dem Bild macht es überhaupt keinen Sinn.

    Jürgen

  • Hallo, vielen Dank für deine rasche Antwort.

    Wie würde es sich verhalten, wenn ich mir eine Empfangsantenne für den 2-m-Bereich aus RG58 bauen würde? Dabei würde ich die Seele auf etwa 50 cm freilegen und rund 50 cm der Abschirmung an ein Kupferröhrchen löten, das anschließend über das Kabel gestülpt wird. Den Rest des Kabels (ca. 5 m) würde ich als Zuleitung zum Scanner verwenden.

    Wäre das eine sinnvolle Alternative?

  • Bau Dir diese Antenne und Du wirst damit sehr zufrieden sein.

    Standardteile aus dem Baumarkt, robust und einfach. Nimm aber eine Hartkunststoffdose. Die wabbligen machen keinen Spaß!

    Ich habe die Luxusversion mit geschlitzten Rohren im Innern und kann durch Austausch der Strahler von 70cm auf 2m umbauen.

    Fixierung durch Anziegen der Verschraubungen.


    MfG

    Frank

  • Hallo,

    vielen herzlichen Dank für deinen Link und deine Antwort. So kompliziert möchte ich das eigentlich gar nicht gestalten. Für mich geht es lediglich um den reinen Empfang im 2-m-Bereich.

    Würde mein oben beschriebenes Vorhaben ebenfalls funktionieren? Oder sollte die Masse etwas kürzer sein als der Strahler, wie man es manchmal im Internet liest?

  • Hallo!

    Dabei würde ich die Seele auf etwa 50 cm freilegen und rund 50 cm der Abschirmung an ein Kupferröhrchen löten, das anschließend über das Kabel gestülpt wird.

    Das wäre dann etwas in Richtung Koaxdipol oder auch bekannt als Sperrtopf.
    Das Problem ist die extrem vereinfachte Bauweise die zu erwähnst, welche enorme Fallstricke bietet.
    Beispielsweise ist nicht nur die exakte Länge des Rohres (hat anderen Verkürzungsfaktor als der Innenleiter als Strahler), sondern auch einen kritischen Durchmesser der in einem exakten Verhältniss zum Strahler gewählt werden muss.
    Ein weiterer Fallstrick ist die Kontaktierung zwischen Koax-Schirm am oberen Rand des Rohres.
    Für lötbare Rohre aus Messing oder Kupfer braucht man viel Leistung und Hitze, das genau aber verträgt das RG58 nicht.
    Da wäre hitzebeständiges Teflon-Koaxkabel angesagt.

    Würde mein oben beschriebenes Vorhaben ebenfalls funktionieren?

    Theoretisch könnte es funktionieren, wenn zu mit verschiedenen Rohrdurchmessern testest und entsprechende Messmittel hättest (z.B. NanoNVA).

    Oder sollte die Masse etwas kürzer sein als der Strahler, wie man es manchmal im Internet liest?

    Siehe oben - selbstverständlich. Das Rohr mir einen deutlich größeren Durchmesser als der Innenleiter haben, denn es soll ja über das gesamte Koax passen. Also Rohrdurchmesser irgendwo bei 6...eher 8mm. Und damit hat das Rohr einen deutlich höheren Verkürzungsfaktor als der dünne Strahler. Genau deswegen müsste das Rohr eben kürzer als der Strahler sein.
    Aber unter dem Strich: Lass es - ein Koaxdipol ist alles andere als eine "einfache Selbstbauantenne".

    Für mich geht es lediglich um den reinen Empfang im 2-m-Bereich.

    Das ist offensichtlich die Kernproblematik: 2m Empfang mit einem Scanner!

    Bedeutet "2m Band" für dich 144-146MHz, oder 144-150MHz, oder tatsächlich komplett 136-174MHz?
    Welche Großsignalsituation hast zu (UKW-Rundfunk, DAB+) und wie reagiert dein Scanner darauf?
    Viele Scanner haben beispielsweise für "VHF-Hi" einen Bandpass von 144-230MHz womit diese Teile in vielen deutschen Regionen auf 2m kaum noch etwas hören.

    Und suchst du eine absolut einfache Antenne die problemlos auch für Anfänger nach zu bauen ist, guck dir die Groundplane an.
    Der Strahler: Lambda/4 = 49cm.
    Die Radiale: Lambda/4 = 49cm.
    Ob nun drei oder vier Radiale ist fast egal, auch der exakte Neigungswinkel der Radiale - ob nun 45° oder 60° nach unten geneigt, egal. Und funktioniert auf Anhieb.
    Was allerdings Großsignale angeht: Bei starken UKW- oder DAB-Signalen im Nahbereich braucht es einen selektiven Filter der fähig ist diese Signale um 70, besser >80dB zu dämpfen, damit dein Scanner überhaupt was im 2m Band hören kann.

    Jürgen