Digitalfunk bei der Bundeswehr - Bedingt funkbereit

    • Offizieller Beitrag
    Digitalfunk bei der Bundeswehr: Bedingt funkbereit
    Seit Jahren hat die Bundeswehr Probleme, das Heer mit digitalen Funkgeräten auszustatten. Jetzt will sich das Verteidigungsministerium noch mal externe…
    www.tagesschau.de
  • Moin!

    Ich frage mich eher wo denn da konkret die Probleme liegen!

    Da wäre zum einen die Software - ja das ist nachvollziehbar. Ich kenne den Komplexen Technologiesprung zwischen Analogfunk, DMR und TETRA. Und das System womit die Bundeswehr kämpft ist scheinbar noch mal deutlich komplexer als TETRA.
    Denn nach diversen Informationsfetzen die mir zu Ohren gekommen sind läuft die persönliche Identifikation der Teilnehmer nicht wie bei TETRA über eine SIM die im Funkgerät steckt, sondern einer personalifizierten Identifikationsnummer die man eingeben muss um dann das Netz und die Gruppe schalten zu können die man braucht.
    Und ja, das mag als Daddelkram in Friedenszeiten ja ganz witzig sein. Aber während eines Gefechtes ist die mühelose Bedienung solcher Krämpfe sicherlich in Frage zu stellen.

    Aber die zweite Problembaustelle verstehe ich absolut nicht mehr. Den Einbau in Fahrzeuge und Panzer!
    Was bitte verzapfen die da wenn Monteure angeblich über 400 Stunden je Fahrzeug brauchen?
    Ich kenne alten Krempel grob...SEM35, SEM80, SEM90...kann man getrost in die Sparte "Groß & Schwer" einsortieren.
    Sollte die aktuellen digitalen Geräte tatsächlich deutlich größer sein als die alten SEM80/90????

    Und wie sieht es tatsächlich mit dem Stromverbrauch aus? Man hört gelegentlich außerdem das in diversen Panzern die Lichtmaschine zu schwach wäre für die neuen Funkgeräte!
    Da fällt mir als Funktechniker so ziemlich alles aus dem Gesicht...was zum Geier verzapfen die Leute da?

    Bei den wahnsinnigen Problemschlagworten die mir da um die Ohren gehauen werden, würde ich wirklich gerne mal die Randdaten dieser modernen Mobilgeräte sehen. Also in Bezug auf Maße, Gewicht und Strombedarf.

    Jürgen

  • @Jürgen:

    Die technischen Daten und der Strombedarf sind ganz bestimmt höchste Geheimhaltungsstufe! :alien3

    In DL funktioniert mittlerweile gar nix mehr....

    Langeweile ? Nix los ?
    Sende einfach eine SMS mit dem Kennwort "Überfall" an die 110 !
    Und wenig später stehen die grünweißen Partywagen vor deiner Tür :)

  • Hallo!

    Die technischen Daten und der Strombedarf sind ganz bestimmt höchste Geheimhaltungsstufe! :alien3

    Das glaube ich auch.
    Hab mal bisschen rumgeschnuppert. Die Funkgeräte nebst Software soll von R&S sein.
    Also kann es sich bei den Mobilgeräten nur um zwei Varianten handeln:

    SOVERON VR:

    SOVERON VR
    Zukunftssicheres softwaredefiniertes Funkgerät. Portierung von Wellenformen. Integrierte COMSEC und TRANSEC. SCA 2.2.2; optimiert für den Einsatz auf…
    www.rohde-schwarz.com

    oder SOVERON D:

    SOVERON D
    Multi-channel, multi-line SDR with embedded multi-level security, certified by German BSI up to secret classification level, interoperable with SOVERON D…
    www.rohde-schwarz.com

    Und bis auf die Produktbilder und die extrem oberflächlichen Prospekte steht absolut nichts über Betriebsspannung, Strombedarf oder Gewicht.
    Lediglich das die Sendeleistung bis zu 50W beträgt.
    Bei angenommenen 60% Wirkungsgrad heutiger Sendeendstufen also beim Senden mit 50W theoretisch mindestens 70W.

    Das wären bei 12V dann 5,8A oder bei 24V eben 2,9A. Was den ganzen Digitalkram angeht, kann man vielleicht 20-30W dazu rechnen.

    OK, nehmen wir mal vereinfacht an: Bei einem Panzer das SEM90 ausbauen und eine der SOVERON rein.
    Die VR schaut deutlich flacher als ein SEM90 aus, wäre also noch Platz für ein zusätzliches "Handschuhfach" im Einbauschacht.
    Ob eine SOVERON D in eine Öffnung passt wo zuvor eine SEM90 steckte...weis der Geier, könnte aber knapp werden.
    Ok...Verkabelung: Die Geräte wollen mittels Ethernet fernbedient werden, was für eine SEM90 nicht der Fall ist.
    Wenn nun die Kabelwege wo man die analogen Kabel rauszupfen und neue Ethernetkabel reinstopfen muss freilich hinter Zentimeterdicken Panzerstahl verschweißt sein sollte...

    Aber dennoch...ein Unding was da durch die Medien schwirrt bezüglich "Lichtmaschine zu schwach" und "über 400 Arbeitsstunden je Fahrzeug" ist einfach nur noch peinlich. Im Kremel dagegen lachen sich die Leute kaputt.

    Jürgen

  • Das erinnert so ein bißchen an den Hype in der C-Netz-Ära, als stellenweise ernsthaft empfohlen wurde, mindestens 4mm² zu verwenden und das Massekabel unbedingt direkt an den Minuspol der Autobatterie anzuschließen.

    Wobei... Wenn ich mir die Sepura-Monster-Kabelbäume für die MRT mit ~2W Sendeleistung anschaue, sind wir da kein bißchen besser geworden.


    MfG

    Frank