Noch aktive POGSAG-Frequenz nutzen?

  • Zur Kommunikation auf unserem kleinen Betriebs- bzw. Werksgelände (nicht größer als drei Fußballfelder) habe ich mir folgendes, wenn auch nicht ganz legales, gedacht.

    Ich habe hier noch fünf Motorola GP 320 (70 cm) rumliegen. Alle fünf auf eine gemeinsame aktive Pocsag-Frequenz mit CTCSS und ca. 0,5 bis 1 Watt programmieren.

    Meine Ideen dahinter:

    1.) "Störungsfreie" Kommunikation innerhalb des Geländes durch CTCSS. In diesem Nahbereich werden die Funkgeräte das Pocsag-Signal vermutliche "platt" machen.

    2.) Eine gewisse "Abhörsicherheit" gegenüber entfernten "Lauschern", da bei zunehmender Entfernung der starke Pocsag-Dauerträger überlagert.

    PS: Da auf dem Werksgelände keine Daueraussendungen stattfinden, wird der Pocsag-Betrieb höchstwahrscheinlich uneingeschränkt funktionieren. Obwohl "wir" dann mit kleiner Leistung diese Frequenz benutzen.

    Eure Meinung dazu...

  • Moin zusammen,

    die rechtliche Seite werde ich nicht kommendieren, die ist bei dem Gedanken ja klar.

    Die hauptsätzliche Nutzung von POCSAG Frequenzen findet im 2m Band durch die Feuerwehr und ggf. HiOrg´s zur Alarmierung der Einsatzkräfte statt. Sollten dort illegale Funkaussendungen festgestellt werden, gibt es richtig Ärger.

    Da du 70cm Geräte verwenden willst, bleibt dir nur die Amateurfunkfrequenz für POCSAG 439,9875 MHz, übrig.

    Das heißt in deinem Fall, GP320 mit der Software "CPS" umprogrammieren und Sendeleistung, hier 0,5W und Hub 2,4Khz mit der "Tuner Software" anpassen. Ein Messplatz ist für die Abgleicharbeiten zwingend erforderlich und setzt ersprechende Fachkenntnisse vorraus.

    Warum beantragt ihr nicht einfach eine offizielle Kleinleistungsfrequenz bei der Bundesnetzagentur für eure Funkgeräte?

    mit freundlichen Grüßen
    Tom

    köpi61

  • Hallo!

    1.) "Störungsfreie" Kommunikation innerhalb des Geländes durch CTCSS. In diesem Nahbereich werden die Funkgeräte das Pocsag-Signal vermutliche "platt" machen.

    Ähhhmmm...das kommt ganz darauf an welche Frequenz und somit welche Pocsag-Anwendung du meinst.
    Öffentlichen Funkruf, also 448,425 / 465,970 / 466,075 / 466,230 wirst du selbst im Nahbereich über wenige hundert Meter kaum störungsfrei "Platt machen". Das kannst du nicht nur rechtlich vergessen, sondern auch technisch.

    Solltest du dagegen andere Pocsag-Nutzungen im 70cm Band im Sinn haben, wie von Personenrufanlagen stehen die Chancen schon etwas besser einen brauchbaren Störabstand mit deinen GP320 hin zu bekommen.

    Aber im Ernst:

    Einfach auf 0,5W abgleichen und zwischen 446-446,2MHz wäre anmelde- und gebührenfrei möglich und absolut legal.
    Es wäre nett und anständig, wenn du dort wie die meißten anderen Frequenznutzer dort dann NFM (N) im 12,5kHz Raster nutzt.
    Genaugenommen interessiert das die BnetzA aber offenbar nicht mehr, da die aktuelle PMR446-Verfügung keinerlei Kanalbreiten oder konkrete Frequenzen mehr vorgibt. Hier im Ruhrgebiet gibt es daher schon die ersten, die gelegentlich dort in TETRA-DMO auf PMR446 rumfunken.

    2.) Eine gewisse "Abhörsicherheit" gegenüber entfernten "Lauschern", da bei zunehmender Entfernung der starke Pocsag-Dauerträger überlagert.

    Da ist deine Überlegung gar nicht sooo verkehrt. Bestimmte Organisationen haben ähnliches gemacht um ihre Signale so zu "verstecken" das gegnerische Dienste es nicht so leicht finden.
    Allerdings bräuchte man da eine Modulationsart die deutlich schmaler ist als das Tarnsignal.
    Mit zivilen Mitteln aber, weder mit FM noch mit NXDN wirst du in ein Pocsag-Signal passen.

    An deiner Stelle solltest du überlegen wie wichtig dir der Abhörschutz ist. Geht es tatsächlich um hochbrisante Informationen die niemals in falsche Ohren kommen dürfen? Dann vergiss die GP320 und guck nach was digitalem wie DMR oder NXDN....oder eben wie oben angedeutet TETRA.

    PS: Da auf dem Werksgelände keine Daueraussendungen stattfinden, wird der Pocsag-Betrieb höchstwahrscheinlich uneingeschränkt funktionieren. Obwohl "wir" dann mit kleiner Leistung diese Frequenz benutzen.

    Rechtlich ist das aber kein Argument. Werdet ihr damit erwischt, wird es teuer!

    Da du 70cm Geräte verwenden willst, bleibt dir nur die Amateurfunkfrequenz für POCSAG 439,9875 MHz, übrig.

    Das wäre noch die schlechteste aller bisherigen Ideen. Da wird man schneller auffliegen als irgend wo anders im Funkspektrum.

    Jürgen

  • 466,075 MHz würde funktionieren.

    Lies dir meine Intention mal genauer durch.

    Frage mich gerade, warum ich auf den Beitrag geantwortet haben…

    mit freundlichen Grüßen
    Tom

    köpi61