Programmierung GP900

  • Hallo zusammen!

    Ich suche auf diesem Weg jemanden der mir ein Motorola GP900 neu aufsetzen und programmieren kann. Ich hab ein gebrauchtes Gerät als Analog-Backup für unsere Feuerwehr gekauft und beim ersten Einschalten gesehen dass das Gerät komplett gelöscht ist, das heißt es blinkt rot-gelb-grün und tut sonst gar nix.
    Würde natürlich dafür bezahlen!

    Vielen Dank im Voraus!

    k99wink

  • Hallo!

    Ein GP900 kann man nicht einfach so "löschen". Selbst wenn man einen Default-Codeplug programmiert und damit die ursprüngliiche Programmierung zu löschen/überschreiben ist das Gerät nicht "gelöscht", sondern nur mit dem Default-Codeplug "überschrieben".

    Außerdem...ein GP900 als Backupgerät für BOS ist eine sehr blöde Idee.
    Denn seit spätestens den 2010'er Jahren sterben diese Dinger wie die Fliegen - und Ersatzteile gibt es nicht mehr. Reparatur unmöglich.

    Empfehlung: Einfach mal die aktuelle VV-BOS konsultieren und sehen was die BnetzA neuerdings geregelt hat:

    https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/Verwaltungsvorschriften/VV_BOS.pdf?__blob=publicationFile&v=2

    Dann lieber ein modernes Betriebsfunkgerät beschaffen, das die gewünschten Kanäle schalten kann. Eines das sicherlich die nächsten 10-20 Jahre funktioniert wenn man es braucht, statt heute aus dem letzten Loch zu pfeifen und im Ernstfall eh nur noch als Briefbeschwerer taugt.

    Jürgen

  • Lieber Jürgen!
    Wir in Österreich halten unsere 4m-Band-Geräte solang wie möglich am Laufen, weil bei einem größeren Blackout die Kommunikation über TETRA zusammenbricht. Wenn der Codeplug nur überschrieben ist, sollte es doch eigentlich einfacher sein es wieder zum Laufen zu bringen.

    Lg

  • Hallo Robert,

    Wir in Österreich halten unsere 4m-Band-Geräte solang wie möglich am Laufen, weil bei einem größeren Blackout die Kommunikation über TETRA zusammenbricht.

    Genau das wird auch in Deutschland mancherorts genau so geregelt.
    Und aus genau dem Grund liegen entsprechende FuG8b's immer mal wieder in meiner Werkstatt zur Reparatur.
    Dabei geht es diese Teile so lange wie möglich - aus dem selben Grund wie du erwähntest - betriebsbereit zu halten.

    Aber wo genau ist der Unterschied?
    Egal ob 2m oder 4m - sind die meißten Funkgeräte mit (damaligen) Standardbauteilen gebaut. Ist also ein Kondensator, Widerstand, Transistor oder IC zu tauschen, bekommt man dafür häufig noch kompatible Ersatzbauteile.

    Bei Funkgeräten der Motorola Jedi-Serie wozu neben den GP900 auch viele andere Gerätetypen (GM900, MTS2xxx, MCSxxxx u.a.) gehören gibt es diese Option nicht. Die Teile sind sprichwörtlich zugeschüttet mit Spezialchips die Motorola vor gut 40 Jahren selbst entwickelte. Diese Teile gab es daher niemals auf dem freien Markt.
    Zusammen mit diesen sehr speziellen Chips experimentierten Motorola damals als wahrscheinlich erste überhaupt, mit der BGA-Montage, als das KnowHow noch tief in der Theorie steckte.
    Selbst den Begriff BGA gab es da noch nicht, da Motorola nicht mit "Balls" arbeitete, sondern diese fetten Chips wie alle anderen Bauteile mit Lötpaste via Siebdruck auf die Boards löteten.

    Heute heißt das: Defekte liegen häufig in gebrochenen Lötstellen unterhalb der vielen BGA-Chips, oder gar innerhalb der Chips (MTBF-Effekt). Da was dran zu reparieren ist aussichtslos.

    Wenn der Codeplug nur überschrieben ist, sollte es doch eigentlich einfacher sein es wieder zum Laufen zu bringen.

    Vergiss es. Denn dann würde das Gerät was machen. Es wäre programmiert auf einen Kanal senden und empfangen und würde dort anständig arbeiten. Nur halt auf einer Frequenz die Motorola zum Gerätetest vorsah.
    Dein LED-Geblinke deutet eher darauf das mit der Firmware etwas nicht stimmt.

    Jürgen

  • Zitat

    Dann lieber ein modernes Betriebsfunkgerät beschaffen, das die gewünschten Kanäle schalten kann.

    Okay, welches moderne Handfunkgerät im 4m-Band würdest du mir empfehlen?

    LG

  • Hallo!

    Weltweit sind alle großen Funkgerätehersteller aus dem 4m Band ausgestiegen.
    Vor knapp 10 Jahren noch gab es 4m Handfunkgeräte von Icom und Vertex Standard.
    Solch ein Vertex Standard VX-924E in der 4m-Version besitze ich noch als Einzelstück. Allerdings geht es mir damit ähnlich wie allen Anwendern die solch ein Gerät haben: Man klammert weil man darauf angewiesen ist.

    Die Teile wurden zuletzt bis vor 10 Jahren beschafft von Militärischen Anwendern, Bergbau und Energieversorger und eben auch deutschen BOS. Und ja, die Geräte sind selten. Ganz selten tauchen solche 4m Handfunken auf eBay auf und erreichen häufig Endpreise die deutlich über dem damaligen Neupreis liegen.

    Daher, wenn Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Bergwachten sich nicht ausschließlich auf TETRA verlassen wollen und ernsthaft daran denken ein analoges Funknetz als Katastrophen-Backup her zu richten:

    Im 4m ist das ausschließlich dann zu empfehlen wenn man reichlich tadellose und funktionsfähige Funkgeräte hat und diese noch auf absehbarer Zeit reparabel sind.
    Ansonsten bleibt nur 2m und je nach Region auch 70cm wo es noch reichlich Geräte gibt, egal ob neu oder via eBay.

    Jürgen