Störungen auf 869 MHz

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    hier mal ein Schmankerl :) für Frequenzjäger und Spezialisten.

    Wir haben bei mir in der Nähe auf einer Tagebau-Halde in Grevenbroich einige LoRa Meshtastic, MeshCom-Repeater laufen.
    Leider sind da viele Störungen zu verzeichnen. Es sind auf diesem Berg viele Windräder, Mobilfunkmasten und Amateurfunk-Relais Analog und DMR im Betrieb.

    Einige Funkamateure haben eine Peilung gestartet und die Drastische Störung dem D1 Mast eindeutig zugeordnet.

    Das Störsignal ist schon weit Richtung Köln, Bonn zu empfangen. Weiß jemand mit dem Signal was anzufangen und was die Telekom da sendet? Ich hätte auf Richtfunk vermutet.

  • Moin!

    Hmm, die Signalmitte liegt bei 869,63xMHz...also an der Oberkante des 500mW Bereiches...
    Die 869,63 ist unüblich. gewöhnlich wird da oben für Schmalbandnutzungen das 25kHz oder 12,5kHz Raster ohne Offset verwendet.

    Also dann entweder 869,625 oder 869,6375MHz.
    Wenn die Frequenz krumm ist, und nicht zum 25/12,5kHz-Raster passt riecht das eher nach einem Mischprodukt welches in Wahrheit irgendwo 400-4000MHz ist, aber eben nicht bei 869,63MHz.

    Auf der anderen Seite - wenn ich mir das gesamte Bild so anschaue:
    Was bitte machen die Windräder da alle dicht gedrängt im 500mW Schmalbandbereich?
    Würden die Ihre Datenraten höher setzen würden vielleicht alle auf dem selben Kanal passen und die Belegungszeit runter bekommen. Einer der 25mW-Bereiche weiter unten wären dafür nutzbar.
    Aber mit 2k4 oder 4k8 wie das aussieht müllen die den ganzen Bereich nur zu.
    Ne, 25mW bei 100kBd wäre dafür angemessener.

    Und das Störsignal um 869,63x liegt sauber unterhalb der Bandgrenze von 869,65 und wäre wahrscheinlich gemäß Vfg.133/2019 legal. Zumindest wenn sie LBT verwenden. Ergo: Mit einem SRD-Gerätchen ein Signal auf 869,625 setzen und gucken ob das Signal von D1 ins stottern kommt.

    Allerdings kann das nix sein was mit öffentlichen Mobilfunk zu tun hat.
    Alle Daten die an einer BTS anfallen und mit anderen BTS oder Mobilfunkknoten ausgetauscht werden müssen, braucht gänzlich andere Datenraten. Läuft in der Regel via Richtfunk ab 7GHz aufwärts, allerdings Rückläufig...Richtfunk wird seit Jahren im Mobilfunk zurückgebaut und Glasfaserkabel gelegt.

    Was auch gut so ist - denn die Mobilfunknetzbetreiber müllen nicht nur die Mobilfunkbereiche mit Großsignalen zu, sondern auch die Richtfunkbereiche welche sie nutzen.

    Beispiel:

    Was da oben an der Spitze montiert ist, ist eine Richtfunk-ODU. Die Antenne ist vom Durchmesser kaum größer als 25-30cm max.
    Die Mobilfunkbetreiber erlauben sich das, was man nicht mehr darf.

    Für 4GHz, 6,2GHz, 6,8GHz, 7,2GHz, und 7,5GHz ist kleiner 120cm nicht mehr erlaubt, Für 13 und 15GHz liegt die Mindestgröße bei 60cm Durchmesser. Grund sind die Spektrumsmasken und die Bündelung. Alles größer als 1,5° Öffnungswinkel ist heute böse.

    Jürgen