Zurück zum Funk: Hackerangriff auf Polizeismartphones

    • Offizieller Beitrag

    Vor einigen Wochen war der Tetra-BOS-Digitalfunk, den unter anderem Polizei und Feuerwehr nutzen, ausgefallen und die Polizei wich zur Kommunikation auf alte Analogfunkgeräte aus, so noch vorhanden, und auf Mobilfunk, also Diensthandys.

    In Mecklenburg-Vorpommern ist Letzteres nun auch nicht mehr möglich: Wie der Nordkurier berichtet, sind Hacker in die Server des Polizei-Mobilfunksystems eingedrungen und bis die Folgen und mögliche aufgespielte Abhörprogramme zuverlässig entdeckt und beseitigt sind, wurde das ganze System heruntergefahren und abgeschaltet. Statt wie zuletzt möglich bei einer üblichen Polizei-Verkehrskontrolle die Daten von Fahrzeug und Fahrer online auf dem Smartphone direkt aus dem Polizeicomputer abzufragen, müssen nun wieder Führerschein- und Fahrgestellnummer über Sprechfunk zur Dienststelle durchgegeben werden, wo dann ein Beamter vor Ort im Polizeicomputer nachsehen und das Ergebnis zur Streife vor Ort zurückfunken muss.

    DL2MCD, tnx Info Jörn Krieger

  • Hmm,

    mich würde langsam mal interessieren was da technisch genau passiert ist.
    Denn diese Meldung packe ich zusammen mit einer vorherigen Meldung vor ein paar Wochen...
    Ahja, da ist er:

    Beide Artikel stiften mehr Verwirrung statt auf zu klären. Bei der Erstmeldung vom 24.06. ist das nachvollziehbar. Denn die Quelle Nordkurier ist eben klar journalistisch. Und Journalisten sind eben keine Fachleute mit Detailwissen.

    Die aktuelle Meldung stammte vom Funkamateur wo es eigentlich genügend Sachverstand geben sollte um solche Meldungen fachgerecht auf zu bereiten.

    Was BDBOSNET angeht, also das TETRA-Netz der BOS - da wäre ein Hackerangriff auf einen Server fatal.
    Weniger was das abgreifen von Informationen angeht (konsequentes E2EE) jedoch was die konsistenz des Netzes angeht wäre es ein Supergau. Und eigentlich wäre solch ein Angriff kaum vorstellbar. Denn generell hängt von BOSNET nix irgendwo am Internet.

    Anders, und möglicher weise diametral gegenüberstehend sind die Mobilfunkthemen bei den BOS, welche man fachlich in zwei Sparten aufteilen müsse:

    Diensthandys mit Vertrags-SIM eines großen Netzbetreibers in den gewöhnlichen Mobilfunknetzen die jeder Bürger nutzt.
    Auf der zweiten Sparte fallen dann BOS-eigene Mobilfunknetze die hypotetisch jede BOS aufbauen und betreiben darf. Genau dafür gibt es seit Jahren geeignete BOS-Frequenzbereiche ausserhalb der öffentlichen Mobilfunkbänder.

    Wenn dort ein Hackerangriff war, dann waren diese Netze eben deutlich schlechter geschützt als für TETRA ursprünglich definiert.

    Aber wie gesagt - ohne nachvollziehbare Meldungen kann man da kaum was von erahnen.

    Jürgen