Betrieb CB-Mobilstation im Kfz mit Powerstation (Masse?)

  • Folgende Frage an die Funkexperten:

    Angenommen betreibe meine CB-Funke über den 12v-Ausgang meiner separat mitgeführten Powerstation, um im Stand bei abgeschaltetem Motor die Fahrzeugbatterie nicht leer zu ziehen. Die mobile Powerstation hat von Haus aus keinerlei galvanische Verbindung zum Fahrzeug, sondern steht einfach lose im Fahrzeug. Die Antenne hat derzeit ebenfalls keine Masseverbindung (Magnetfußantenne).


    Frage:

    Wäre es sinnvoll den Minuspol der 12V aus der Powerstation mit der Fahrzeugmasse zu verbinden, damit das Fahrzeug überhaupt korrekt als „Gegengewicht“ funktioniert, oder ist das egal?

  • Troubadix 21. Januar 2025 um 14:52

    Hat den Titel des Themas von „Betrieb CB-Mobilstation im Kfz mit Powerstation“ zu „Betrieb CB-Mobilstation im Kfz mit Powerstation (Masse?)“ geändert.
  • Hallo!

    Eine galvanische Verbindung zwischen Metallfläche unter dem Magnetfuß und GND-Anschluß des Funkgerätes ist nicht erforderlich.

    Der Zweck einer Karosserie als Antennenmasse ist lediglich eine HF-Bedingung die der Magnetfuß kapazitiv erfüllt. Batterie-Minus liegt nur deshalb auf der Karosserie weil es beim KFZ so üblich ist. Für die Funktion ist es jedoch nicht erheblich.

    Viel mehr Gedanken würde mir der Begriff Powerstation machen.

    Reden wir hier faktisch über ein Teil was man damals noch als Starthilfebox bezeichnete?

    Also ein simpler Blei-Gel Akku mit 18-22Ah nebst zwei Starterkabel und vielleicht noch einer KFZ-Buchse? Dann geht das problemlos.

    Solltest du hingegen was moderneres meinen, wo heute LiPo' mit diversen Schaltwandlern drin sitzen, also ne Art PowerBank für's Auto, hätte ich sorgen bezüglich EMV-Störungen.

    Nicht falsch verstehen: Schaltwandler StepDown oder StepUp sowie Schaltnetzteile sind keine Unmöglichkeit zum Betrieb von CB-Funkgeräten. Aber eben nicht mit billigsten Schaltungen wie sie in China massenhaft gebaut werden. Man ist gut beraten wenn man als Funker und Elektronik sowas komplett selbst bauen kann mit allem was bezüglich EMV wichtig ist.

    Alternativ, wenn man sowas häufiger braucht:

    BleiGel-Akkus 12V sind günstig zu haben. Da einfach etwas mit ausreichend Ah für das Funkgerät vorsehen und passende Kabelschuhe zum Akku gleich ans Funkgerätekabel crimpen. Laden dann daheim bis 14,4V und C/100 Restladestrom (bei 18Ah also 180mA). Kann jedes Labornetzteil mit Strombegrenzung.

    Ahja, noch ein Nachtrag der mir gerade noch einfiel:

    Bevor man Kabelschuhe ans Funkgerät crimpt sollte man sich das Funkgerät und das zugehörige Batteriekabel anschauen. Letztens eine nagelneue und unverbastelte CRT-2000H bekommen die peinlicher weise die Batteriespannung im LCD anzeigt. Direkt nach der ersten Inbetriebnahme viel auf: 11,2V...kann nicht sein, mein Netzteil macht 13,8V!

    Aber nein, kein Kalibrierungsfehler...auf der Platine wo das Batteriekabel angelötet waren tatsächlich 11,25V! Beim senden mit 4W nur noch 9,8V!

    Und nein, nix mit Wackelkontakt bei der Sicherung...es war tatsächlich das Originalkabel! Geschätzt 2x0,5mm irgendeiner Litze die irgendwas enthielt, aber bestimmt kaum Kupfer!

    Hat man also solch ein neumodischen China-Gerät sollte man also gucken ob das Batteriekabel sinvoller weise zu tauschen wäre.

    Jürgen

  • Konkret geht es um dieses Gerät:

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    Vorteil: noch relativ leicht. Man kann tagsüber auch während der Leistungsentnahme für den Funk auf der anderen Seite Solar einspeisen. Diese Vorteile hätte ich bei einem separaten Akku auf 12V nicht. Und weiterer Vorteil: Der ganze Kram ist vorhanden!

    Die Spannung am Funkgerät beträgt beim Empfang etwas über 12V, beim Senden fällt sie auf etwa 11,7 Volt ab (mein Funkgerät zeigt auch die Versorgungsspannung im Display an. Sehr ähnlich verhält es sich aber auch, wenn ich den 12V-Stecker im Auto nutze und der Motor läuft nicht. Erst wenn ich der Motor des Fahrzeugs, resp. die Lichtmaschine läuft, habe ich >13V am Funkgerät.

    Glaubt man diversen Tests, dann sollen die Ausgänge der Ecoflow-Powerstations aber sehr saubere Spannungen an allen Ausgängen liefern, sowohl was 230V AC angeht, 12V DC sowie diverse USB-Ausgänge - es war ja auch nicht die allerbilligste Kiste, auch wenn sie aus China kommt. Aber man kann ja probieren, wie die Funke mit dem Teil spielt.

  • Ich betreibe meine Geräte auch an Solar-powerstations. Das Große liefert sogar bis zu 10 A, da bricht nichts ein. Auch das kleine mit ca. 3 bis 4 Ampere am 12 V-Ausgang reicht gut. Tut seit Wochen wunderbar. Die Leistungsanzeige der Powerstations dümpelt bei Empfang bei max. 3 bis 4 Watt rum und beim Senden um die 30. Das finde ich schon für heftig viel für 4 Watt FM. Bei SSB werden laut Anzeige maximal 13 Watt gezogen. Verstehen kann ich das aber nicht wirklich.

    Allerdings an einer Hochantenne, was hier nichts zur Sache tut.


    73 vom Peter

  • Hallo!

    Konkret geht es um dieses Gerät:

    Autsch, sowas dachte ich mir schon, nur halt einige Preisklassen niedriger.

    Also eine Menge Elektronik, angefangen von µC-Schaltungen für ein hübsches Display, sowie Hochleistungs-Schaltregler für die verschiedenen Ein- und Ausgänge.

    Wer wie du sowas hast, kannst es ja ausprobieren wie es mit EMV aussieht. Mir persönlich wäre aber für Kurzwelle (wo ich CB noch hinzu zähle) ein günstiger 12V/>10Ah Bleiakku ohne jegliche Elektronik dran lieber. Wenn Elektronik nur sachen wo ich weis das die keine Störungen machen und auch gutmütig auf einstreuende HF reagieren. Bei Schaltnetzteile kenne ich z.B. Meanwell Industienetzteile der RS-Serie. Ansonsten nur selbstgebautes.

    Glaubt man diversen Tests, dann sollen die Ausgänge der Ecoflow-Powerstations aber sehr saubere Spannungen an allen Ausgängen liefern, sowohl was 230V AC angeht, 12V DC sowie diverse USB-Ausgänge - es war ja auch nicht die allerbilligste Kiste, auch wenn sie aus China kommt. Aber man kann ja probieren, wie die Funke mit dem Teil spielt.

    Tja, mir fehlt aber jegliche Vorstellung wofür solche Teile gut sein sollen. Freilich kann man eine Horde von 18650'er Zellen zusammenschweißen. Aber die Effizienz solcher LiIon-Akkus ist halt fraglich aus meiner Sicht. Für Funk und Handy Laden am Fahrad kann LiIon durchaus Sinn machen. Aber im KFZ-bereich wo 10kg Blei nun wirklich keinen Unterschied machen, geht das auch günstiger.

    Die Leistungsanzeige der Powerstations dümpelt bei Empfang bei max. 3 bis 4 Watt rum und beim Senden um die 30. Das finde ich schon für heftig viel für 4 Watt FM. Bei SSB werden laut Anzeige maximal 13 Watt gezogen. Verstehen kann ich das aber nicht wirklich.

    Doch, für mich durchaus nachvollziehbar.

    30W (obwohl ich da eher einen Meßfehler vermute geteilt durch 12V wären 2,5A. Und 2,5A beim senden ist für viele CB-Geräte jetzt nicht so undekbar. In der Regel 1,8-2A also 21-25W etwa für 4W FM.

    Das SSB deutlich weniger zieht ist auch klar. Während bei FM 100% der Leistung im Träger steckt, gibt es bei SSB kein Träger. Statt dessen landet die Modulation zu 100% im gewählten Seitenband.

    Sendeleistung und somit auch die reale Stromaufnahme ist bei SSB abhängig von der Modulation zuzüglich des Ruhestroms der Linearendstufe. Das meiste deiner gemessenen 13W dürfte eben dieser Ruhestrom der Endstufe sein.

    Und ob deine Solaranlage auch die Modulation sinnvoll erfassen kann dürfte fraglich sein. Denn mit welcher Messfrequenz sie den Strom sampeln und mit welcher Bandbreite, ist häufig nirgendwo definiert.

    Ist aber bei einem Multimeter nicht anders. NF messen braucht eben mindestens 2, eher 10kHz Bandbreite. Bei 2 Sampels je Sekunde nicht denkbar.

    Jürgen

  • Bei Ssb habe ich auch ins Mike gepfiffen und dabei einige Sekunden Vollausschlag bei externen Powermeter (10W) erhalten. Die Angabe sollte also einige Modulationsanteile enthalten. Aber egal, ist ja unwichtig. Gehört nicht zum Thema Masseverbindung.

    Danke an Jürgen für die Ausführungen. Tolles Wissen. Hut ab.