Dazwischengefunkt: Warum TV-Sender und Kulturschaffende um Funk-Frequenzen fürchten

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    Dazwischengefunkt: Warum TV-Sender und Kulturschaffende um Funk-Frequenzen fürchten. | turi2
    Liegt was in der Luft: Um die Funk­frequenzen für TV und Veranstaltungs­technik tobt ein Verteilungs­kampf. Für die Zeit ab 2030 hoffen vor allem…
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  • Hallo!

    Das Thema ist komplexer und falsch verkürzt.

    Die Probleme rund um PMSE - in den Medien häufig als "Kulturfrequenzen" bezeichnet, sind ziemlich speziell.

    In der Zeit 1990-2010 etwa, die ich im Veranstaltungs- und Tonmeisterbereich unterwegs war, habe ich niemals selber eine konkrete Frequenzknappheit erlebt.

    Es gab immer Lücken zwischen den UHF-TV-Kanälen die frei genug waren um nen Haufen PMSE-Nutzungen hin zu pflanzen.

    Alle für mich nachvollziehbaren Arten von "Knappheit" an PMSE-"Kulturfrequenzen" habe ich gehört im Umfeld von Veranstaltungs-Hotspot der ganz großen Sorte: Weltmeisterschaften wie aktuell die Leichtathletik-WM oder auch Olympiade.

    Hingegen kleinere Sachen, wie Festivals, Messehallen, Konzerthäuser und auch kleinere Bands und Schauspieler hatten nie Frequenzmangel.

    Solange im UHF-Bereich 470-690MHz auch nur 3-4 Kanäle frei sind von DVB-T2 Sendern passen da hunderte und mitunter tausende Kulturnutzungen rein.

    Will man die aktuelle Thematik verstehen könnte man es eher so verkürzen:

    Rundfunkfrequenzen, hier das UHF-Band 470-690MHz sind zugleich auch Kulturfrequenzen (PMSE) da beide sich die selben Frequenzen teilen.

    Heißt aber: Wenn Rundfunk teile oder komplett 470-690MHz verliert, hat auch PMSE ein Problem, weil das der Frequenzbereich ist der noch das tragende Rückrad der PMSE ist.

    Und genau das steht aktuell im Raum: Mobilfunkbetreiber kreischen nach immer mehr Bandbreite - vorwiegend am unteren Ende der Mobilfunkbereiche, eben weil man aufgrund großer Reichweite viel einfacher große Flächen mit wenigen Sendern versorgen kann.

    Und auf der anderen Seite hat der Rundfunk mitgeholfen das er in Frage gestellt wird.

    Zu viele Technologiewechsel, die jedes mal nen Haufen Elektroschrott und ein Massenabsatz neuer Unterhaltungstechnik produzierten. Spätestens beim letzten Technologiewechsel DVB-T zu DVB-T2, dazu noch mit der deutschen Extrawurst H264 womit unser DVB-T2 in Deutschland inkompatibel zu DVB-T2 in rest-EU und Weltweit ist, noch ein zusätzlicher Effekt:

    Private Sender kommen mit DVB-T2 nicht mehr kostenlos (/werbefinanziert) sondern nur noch als PayTV.

    Zumindest scheinen nicht wenige Fernsehzuschauer mit übergang DVB-T zu DVB-T2 gewechselt zu haben auf DVB-C, DVB-S/S2 oder Internetstreaming.

    Auch ich gehöre dazu, Meine Tagesschau kommt heute nicht mehr via DVB-T zu mir sondern via DVB-S über Astra.

    Jürgen