Vorschlag aus Frankreich zu 144-146 MHz

  • Der besagte Vorschlag ist kurzfristig zu einer Sitzung der Projektgruppe A (Project Team A; PTA) der CEPT in Prag eingereicht worden, die in der nächsten Woche stattfindet. Dort wird auch über mögliche Tagesordnungspunkte, die die CEPT bei der übernächsten World Radiocommunication Conference (WRC) im Jahre 2023 einbringen will, diskutiert und entschieden.



    Dazu müssen mindestens 10 der CEPT-Länder den entsprechenden Vorschlag unterstützen, nicht mehr als 6 dürfen dagegen sein, damit ein gemeinsamer europäischer Vorschlag als ECP (European Common Proposal) an die WRC-19 geht, die ab Ende Oktober stattfindet und u.a. die Tagesordnungspunkte der WRC-23 festlegt.



    Der französische Vorschlag läuft zunächst darauf hinaus, dass auf der WRC-19 beschlossen wird, die Möglichkeit einer neuen primären Zuweisung an den Mobilen Flugfunkdienst mit nicht-sicherheitsrelevanten Anwendungen bis zur WRC-23 zu studieren. Die WRC-23 wird dann abhängig von diesen Verträglichkeitsstudien entscheiden.



    Die Vertreter des DARC in der nationalen Vorbereitungsgruppe der BNetzA bzw. des BMVI für die nächste WRC sind von der BNetzA aufgefordert worden ggf. eine Stellungnahme dazu abzugeben.



    Wir im Referat Frequenzmanagement sind der Auffassung, dass die Nutzungen des Amateurfunkdienstes und die geplanten Anwendungen im Rahmen des Mobilen Flugfunkdienstes nicht miteinander verträglich sind.



    Eine entsprechende Stellungnahme mit einer Reihe von Argumenten und Bedenken wurde vom DARC heute über den Verteiler des Arbeitskreises 1 der BNetzA an diese selbst und auch ans BMVI geschickt.



    Das DARC Referat Frequenzmanagement ist in verschieden Arbeitskreisen auf nationaler Ebene unmittelbar in die Thematik eingebunden, insbesondere in der nationalen Vorbereitungsgruppe des BMVI, in den CEPT-Gruppen, der ITU und bei den WRCs selbst. Diese Einflussnahme ist nur möglich, weil der DARC anders als kleinere europäische Verbände über die Mitgliedsbeiträge dieses Engagement finanzieren kann: ein Engagement, von dem alle(!) deutschen Funkamateure profitieren.



    Zurzeit versucht die CEPT weiterhin, einen ECP zum WRC-19-Tagesordnungspunkt einer Zuweisung an den Amateurfunkdienst bei 50 MHz zu finden. Die nächste CEPT-Sitzung dazu findet gleich nach der Ham Radio in der Schweiz statt.



    DK4VW, DF2ZC


    DARC Referat Frequenzmanagement

  • CEPT-Sitzung: Kaum Widerstand gegen französischen Vorschlag, das 2-m-Band dem Mobilen Flugfunk zuzuweisen Ein Tagesordnungspunkt der Weltfunkkonferenz 2023 (WRC-23), der u. a. vorschlägt, den Bereich von 144 - 146 MHz dem Mobilen Flugfunkdienst primär zuzuweisen, stieß bei einer Sitzung des Projektteams A der Europäischen Konferenz der Post- und Fernmeldeverwaltungen (CEPT), die vom 17. bis 21. Juni in Prag stattfand, kaum auf Widerstand. "Wir hören, dass nur eine Regierung (D...eutschland) gegen den 144-MHz-Vorschlag war - sonst niemand", twitterte die britische UK Microwave Group nach dem Treffen.


    Die Internationale Amateurfunkunion (IARU), die ebenfalls auf dem Prager Treffen vertreten war, äußerte "große Besorgnis". Die IARU hat sich daher verpflichtet, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Interessen des Amateurfunks umfassend zu schützen und die Unterstützung der Regulierungsbehörden einzuholen. Der Präsident der IARU-Region 1, Don Beattie, G3BJ, sagte vor dem Treffen, dass die IARU "energisch" ihre gegenüber dem französischen Vorschlag ablehnende Haltung zum Ausdruck bringen werde und versuche, dass das Spektrum weiterhin dem Amateurfunkdienst primär zugeteilt bleiben wird. Das 2-m-Band ist dem Amateurfunkdienst sowie dem Amateurfunkdienst via Satellit weltweit primär zugeordnet.


    Quelle: IARU Region 1 / ARRL; bearbeitet von Tom Kamp, DF5JL

  • Stellungnahme zur aktuellen 2-m-Band Problematik


    29.06.2019



    Auf der Suche nach Frequenzspektrum für kommerzielle Datenkommunikation zwischen Luftfahrzeugen und Bodenstationen (Aeronautical Mobile Service; AMS) droht das 2-m-Band als potentiell geeignetes Band in die Untersuchungen für eine gewünschte neue AMS-Zuweisung mit einbezogen zu werden.



    Zurzeit handelt es sich zwar „nur“ um einen diesbezüglichen Antrag Frankreichs an die CEPT Vorbereitungsgruppe (CPG19, Conference Preparatory Group und PTA, Project Team A, Untergruppe der CPG19) für die im Oktober 2019 stattfindende Weltfunkkonferenz (WRC-19) im ägyptischen Sharm El-Sheikh.



    Sollte der Antrag in dieser Form jedoch auf der nächsten CPG19-Sitzung im August in Ankara genügend Unterstützung der 48 CEPT-Mitgliedsstaaten erhalten, hätte er gute Chancen, auch auf die Agenda der übernächsten WRC-23 zu gelangen.



    In den vier Jahren bis zur WRC-23 würden dann die Funkverträglichkeitsbedingungen für eine zusätzliche AMS-Zuweisung im Bereich zwischen 144 MHz und 22.2 GHz in ITU-R Studiengruppen detailliert untersucht werden. Ergebnisse zu allen Aspekten dieser Untersuchungen wären ITU-R Reports und ITU-R Empfehlungen (Recommendation), die auch im Konsens der 193 ITU Mitgliedsländer zu erarbeiten sind.


    Diese Dokumente, zusammen mit politischen Bewertungen, werden dann auf der WRC-23 zu einer Entscheidung führen, ob oder wie die ITU Radio Regulation (VO-Funk) in den entsprechenden Frequenzbereichen geändert werden.



    Im gesamten Prozess wird die IARU, unterstützt durch regulatorische Experten der Mitgliedsverbände (DARC, RSGB usw…) versuchen, auf die Entscheidungen dieses Prozesses in Sinne des vollständigen Erhalts der bestehenden 2-m-Band-Zuweisung hinzuwirken.


    Die entsprechenden Kosten dieses Engagements werden durch den Anteil an nationalen Mitgliedsbeiträgen getragen, den jeder IARU-Verband an die IARU überweist.



    Allerdings, jetzt ist ein kühler Kopf angesagt: Bekanntlich haben unsere beiden Funkdienste (Amateur und Amateur-Satellite Service) im 2-m-Band primäre Zuweisungen. Wie bei jedem anderen der über 40 in den ITU Radio Regulations definierten Funkdienste sind mit einer solchen primären Zuweisung besondere Rechte auf einen störungsfreien Funkbetrieb verbunden.



    Es gibt jedoch keine Ewigkeitsgarantie für diese Rechte! Jede WRC ist eine unabhängige Konferenz der ITU-Mitgliedsstaaten, bei der völkerrechtlich verbindliche Vereinbarungen getroffen werden, die im Range eines Staatsvertrags stehen. So wird beispielsweise die auf der WRC-19 im Konsens der 193 Mitgliedsländer beschlossene neue Version der ITU Radio Regulations (VO Funk) die heute gültige Version 2016 und alle vorherigen ersetzen.



    Die Verwaltung jedes Mitgliedsstaats stimmt am Ende einer WRC formell der verabschiedeten neuen Version zu und veranlasst im nationalen Gesetzgebungsverfahren die vollständige, ggfs. auch teilweise Übernahme aller beschlossenen Änderungen in nationales Recht.



    Was unternimmt nun die IARU (DARC, RSGB, NRRL usw.…)? Und was kann jeder einzelne Funkamateur beitragen, dass unser 2-m-Band nicht auf der Liste verbleibt, wenn im Oktober/November die WRC-19 über die Agenda der folgenden WRC-23 entscheidet?



    Die IARU arbeitet bereits intensiv daran, bis August dieses Ziel zu erreichen. Dann tagt in der Türkei die Conference Preparatory Group (CPG) der CEPT als letztmalige Entscheidungsinstanz vor der WRC-19. Es hängt letztendlich davon ab, ob sich genügend CEPT-Verwaltungen (48!) in unserem Sinne dagegen entscheiden, den Frequenzbereich 144 – 146 MHz in den französischen Vorschlag einzubeziehen, bevor dieser zu einem gemeinsamen CEPT-Vorschlag wird. Das Kriterium lautet: Mindestens zehn CEPT-Länder müssen dafür sein, nicht mehr als sechs Länder dagegen.



    Hier sind im weitesten Sinne alle Funkamateure gefordert. Es ist besonders wichtig, dass der Amateurfunk mit einer Stimme spricht. Einzelinitiativen, eventuell mit "direkten Drähten" nach Berlin und/oder Brüssel helfen da nicht weiter. Im Gegenteil, sie können massiv unserem Anliegen schaden, weil sie möglicherweise einem systematischen Vorgehen die Wirkungskraft nehmen.



    Was wir aber alle tun können: Sicherstellen, dass auf dem 2-m-Band, wie auch auf den anderen Bändern, der Amateurfunk als eine wichtige gesellschaftliche Bereicherung wahrgenommen wird, der seinem gesetzlichen Auftrag (ITU Radio Regulation Artikel 25 und AFuG) angemessen nachkommt.



    Inhalte und Stil von Amateurfunkaussendungen sollten von einer technischen und operativen Kompetenz bestimmt sein, Aus- und Eigenbildung von Jugendlichen und Erwachsenen hervorheben sowie technische Ideen und Lösungen beinhalten (WSJT, SDR-TRX, OSCAR, DATV, Funkwetter,


    u.v.a.m.). Nicht zuletzt muss der Notfunk als einzige Kommunikations-Plattform bei Ausfall der öffentlichen Telekommunikation entsprechend herausgestellt werden.



    Unterstützen wir deshalb die CEPT-Verwaltungen, die dem Amateurfunk aus diesen und anderen Gründen grundsätzlich positiv gewogen sind.


    Es ist in unser aller Verantwortung, diese Sympathien mit unseren QSOs auf allen Bändern täglich neu bestätigen.


    Letztlich wird kein einzelner Kopf darüber entscheiden, wie es mit dem 2-m-Band weitergeht: Entscheidend ist die Gesamtstimmungslage aller Verwaltungen.



    Wann immer wir uns im Ringen um den erfolgreichsten Weg auseinanderdividieren (lassen), verlieren wir an Kraft in diesem ungleichen Kampf.


    Wir haben gerade vor ein paar Tagen wieder vernehmen können, was bestimmten Investoren "1 MHz Bandbreite" wert ist.


    Unser "Kapital" ist der gesellschaftliche Beitrag zum Einsatz und Vermitteln von technischem Wissen und Begeisterung für die Funktechnik über das gesamte derzeit nutzbare Frequenzspektrum (137 kHz bis 250 GHz). Das hat uns bisher die Privilegien gesichert, um die uns andere Funkdienste nur beneiden.



    Auf der letzten PTA Sitzung vom 17. – 21. Juni 2019 in Prag wurde dieser französische Antrag bereits ein erstes Mal diskutiert.


    Das Referat Frequenzmanagement des DARC ist über seine Präsenz und Mitarbeit in der Nationalen WRC-Vorbereitungsgruppe seit Jahren in die Entwicklung der deutschen Position zu Vorschlägen, die Amateurfunkbänder tangieren, eingebunden. Der DARC wurde deshalb vor der PTA-Sitzung von der BNetzA aufgefordert, eine Stellungnahme zum französischen Vorschlag (neben anderen Frequenzbändern neuerdings auch 144-146 MHz bei AMS-Neuzuweisungen zu berücksichtigen) abzugeben.



    Die in unserer Stellungnahme aufgeführten Argumente und Bedenken haben zusammen mit weiteren formalen Einwänden der BNetzA dazu geführt, dass sich zunächst nur der deutsche Vertreter gegen die Einbeziehung des Frequenzbandes 144-146 MHz in Studien ausgesprochen hat.



    Da der französische Antrag sehr kurzfristig vor der Sitzung eingebracht wurde, war es vielen Fernmeldeverwaltungen wohl nicht mehr möglich, eine interne Abstimmung herbei zu führen.


    Wir brauchen auf der nächsten CPG Sitzung am 17. August in Ankara noch weitere fünf Fernmeldeverwaltungen (also insgesamt sechs), die gegen das Ansinnen Frankreichs stimmen. Auf der HAM RADIO hat es bereits eine Besprechung aller anwesenden IARU-Mitgliedsverbände hierzu gegeben.


    Eine gemeinsame Strategie wurde dabei abgestimmt.



    Christian Entsfellner


    DL3MBG


    DARC Vorstandsmitglied


    RTA Vorsitzender

  • Aktualisierter Sachstand zum Thema 2-m-Band-Zuweisung


    2019-07-01

    Kurzfristig hatte die französische Fernmeldeverwaltung im Juni einen modifizierten Vorschlag, Funkverträglichkeitsstudien für zusätzliche Aeronautical-Mobile-Services (AMS)-Zuweisungen im Bereich zwischen 144 MHz und 22,2 GHz als Tagesordnungspunkt auf der WRC im Oktober/November vorzusehen, an die CEPT-Vorbereitungsgremien zur WRC-19 eingereicht.

    Damit ist nun auch das 2-m-Band in den Fokus gerückt (wir berichteten). Falls dieser Antrag in unveränderter Form auf der nächsten Sitzung der Conference-Preparatory-Group im August hinreichend Unterstützung aus den 48 CEPT-Mitgliedsländern bekommt, ist davon auszugehen, dass er auf die Agenda der übernächsten WRC-23 kommt. Von den 48 Ländern müssen sich mindestens zehn für den Antrag aussprechen, nicht mehr als sechs Länder dürfen explizit dagegen optieren.

    Bei der kürzlichen Sitzung der WRC-19-Konferenzvorbereitungsgruppe Project Team A der CEPT in Prag wurde dieser Vorschlag erstmals diskutiert. Es sprach sich lediglich die deutsche Delegation dagegen aus. Das mag auch darauf zurückzuführen sein, dass aufgrund der kurzfristigen Hereinnahme des 2-m-Bandes ins zu betrachtende Spektrum die anderen europäischen Verwaltungen keine interne Abstimmung mehr herbeiführen konnten. In Deutschland bewährte sich die enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen DARC-Frequenzmanagement und BNetzA, weshalb von DK4VW und DF2ZC kurzfristig noch eine Stellungnahme zum Vorschlag gefertigt werden konnte, die mit zur ablehnenden Haltung Deutschlands führte.

    Die IARU, unterstützt durch regulatorische Experten ihrer Mitgliedsverbände (DARC, RSGB, etc.), arbeitet intensiv daran, die Entscheidungen des laufenden Prozesses im Sinne des vollständigen Erhalts der bestehenden 2-m-Band-Zuweisung zu beeinflussen. Die entsprechenden Kosten dieses Engagements werden durch den Anteil an nationalen Mitgliedsbeiträgen getragen, den jeder IARU-Verband an die IARU überweist.


    Besonders wichtig ist dabei aber, dass der Amateurfunk mit einer Stimme spricht! Einzelinitiativen, etwa mit "direkten Drähten" nach Berlin oder Brüssel sind ausgesprochen kontraproduktiv, denn sie nehmen einem systematischen Vorgehen von IARU und Amateurfunk-Landesverbänden die Wirkungsmacht.


    Zielführender ist es hingegen, das 2-m-Band noch intensiver zu nutzen, mehr als nur zum "OV-Telefon". Hier kommen die kürzlichen Erfolge bei terrestrischer Atlantiküberbrückung oder Sporadic-E-Ausbreitung >5000 km gerade richtig. Vor allem aber sollten wir den Stellenwert des 2-m-Bandes als Notfunkband besonders kommunizieren: Ein Totalausfall der TK-Infrastruktur, ob durch Netzwerkfehler oder Hacker-Angriff, ist auch in westlichen Gesellschaften nicht so ganz unwahrscheinlich. Das darf man gerne auch einmal im Bekanntenkreis oder – wichtiger noch – an lokale Medien weitergeben …

    Bernd Mischlewski, DF2ZC


    Quelle: https://www.funkamateur.de/nac…/items/FRA-Flugfunk2.html